Zwei UKE-Wissenschaftler mit Hamburger Forschungspreis ausgezeichnet

Der Arzt und Wissenschaftler PD Dr. Djordje Atanackovic aus der II. Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist für seine Forschung zur Entwicklung neuer Therapieansätze für das Multiple Myelom ausgezeichnet worden. Diese Art des Lymphdrüsenkrebs ist auch unter dem Namen Plasmozytom bekannt. Bisher erleiden 90 Prozent der daran Erkrankten einen Rückfall. Die Forscher um Dr. Atanackovic haben jetzt herausgefunden, dass ein bestimmter Botenstoff, das Interleukin-16 (IL-16), für das Wachstum der Tumorzellen beim Multiplen Myelom verantwortlich ist. Mit einem Antikörper gegen IL-16 konnten sie die Tumorzellen am Wachstum hindern. Auf diese Weise hoffen die Forscher, neue Ansätze für die Behandlung des Multiplen Myeloms liefern zu können.

Der Diplom-Biologe Dr. Cenap Güngör aus der Klinik für Allgemeinchirurgie am UKE hat den Preis für eine Arbeit erhalten, die auf eine Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zielt. „Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es für diesen Krebs keine Therapieoption, die einem Patienten eine realistische Chance auf Heilung verspricht. Alle Therapieverfahren können allenfalls als lebensverlängernd angesehen werden“, so der Biologe. Über die Hälfte dieser Tumore sprächen zudem nicht auf eine Chemotherapie an. In seiner Studie konnte Dr. Güngör zusammen mit seinem Team nun einerseits nachweisen, dass das Protein Midkine nicht nur das Wachstum der Krebszellen fördert, sondern darüber hinaus auch für eine hohe Resistenz gegen die Chemotherapie verantwortlich ist. Zudem haben sie einen Signalweg identifiziert, über den diese Resistenz vermittelt wird, den sogenannten Notch-Signalweg. Wenn es gelingt, diesen Notch-Signalweg während der Chemotherapie zu unterdrücken, so wäre uns ein entscheidender Schritt in der Bekämpfung der Chemotherapie-Resistenz gelungen“, so Güngör.

Dieser Wissenschaftspreis der Hamburger Krebsgesellschaft wird seit 1955 jährlich von der Hamburger Krebsgesellschaft verliehen, um die Forschung über Krebskrankheiten anzuregen, zu fördern und zu würdigen. „Wir möchten damit Wissenschaftler für herausragende Arbeiten auszeichnen und motivieren, sich auch langfristig in der Krebsforschung zu betätigen, um dadurch die Behandlungsmöglichkeiten für Krebspatienten zu verbessern“, erläutert ihr Vorsitzender, Prof. Dr. Ulrich R. Kleeberg. Die Hamburger Krebsgesellschaft e.V. ist seit 1951 auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung und Krebsforschung in Hamburg aktiv. Sie engagiert sich außer in der Forschung auch in den Bereichen der Prävention und der Beratung von Krebskranken.

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