Zwei Greifswalder Nachwuchswissenschaftler fahren zum Nobelpreisträgertreffen

Dr. med. Sascha Marx hat an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena Humanmedizin studiert und dort im Bereich der experimentellen Anästhesie promoviert. 2012 begann er seine Tätigkeit gezielt in der Greifswalder Neurochirurgie unter Prof. Dr. med. Henry W. S. Schroeder, der als weltweiter Experte auf dem Gebiet der endoskopischen Neurochirurgie gilt. Als klinisch tätiger Arzt und exzellenter Nachwuchswissenschaftler zugleich erfüllte Sascha Marx die Voraussetzungen für ein Forschungsstipendium des Gerhard-Domagk-Nachwuchs-förderprogramms. Dies ermöglichte ihm zeitliche Freiräume zur intensiven Bearbeitung eines Forschungsprojekts rund um immuntherapeutische Ansätze bei bösartigen Hirntumoren.

„In anderen Gebieten der Medizin, zum Beispiel den Infektions- oder kardiovaskulären Erkrankungen waren in den letzten 100 Jahren immense Fortschritte zu verzeichnen. Ich sehe eine Aufgabe meiner Generation darin, im Bereich der bösartigen Erkrankungen eben solche Fortschritte zu erreichen.“, begründet Sascha Marx seine Faszination für die neuroonkologische Forschung. „Die Einladung zur Nobelpreisträgertagung sehe ich als Bestätigung unserer wissenschaftlichen Arbeit. Dass gerade beide aus Greifswald nominierten Mediziner zu der diesjährigen Tagung ausgewählt wurden, spricht für die Qualität der Wissenschaft hier im Nordosten Deutschlands. Die Förderung der Kombination von wissenschaftlichem und klinischem Arbeiten muss, trotz aller ökonomischen Belange, auch in Zukunft höchste Priorität an deutschen Universitätskliniken haben. Denn sie ist die Basis des langfristigen Erfolges und elementar für alle zukünftigen Patienten“, ergänzt der Mediziner.

Für Florian Siegerist war die Einladung nach Lindau eine große Überraschung. „Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt meiner Laufbahn am Nobelpreisträgertreffen teilnehmen darf, denn ich werde erst im Herbst mein 2. Staatsexamen ablegen“, freut sich der junge Doktorand und Deutschlandstipendiat. Im Rahmen des Gerhard-Domagk-Promotionsstipendiums konnte er seine Doktorarbeit bereits nach dem 1. Staatsexamen fertigstellen. Sein Schwerpunkt ist die Nierenforschung. Für seine Doktorarbeit hat er die glomeruläre Filtrationsbarriere der Nieren von Zebrafischlarven untersucht. Als Mitglied der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. rer. nat. Nicole Endlich wendet Florian Siegerist in seiner Forschung vor allem die Super Resolution Mikroskopie an. Im Super Resolution Mikroskop können mittels Lichtmikroskopie Strukturen dargestellt werden, die vorher nicht denkbar waren. Mit dem Einsatz in der Nierenforschung stellt diese Technologie ein Alleinstellungsmerkmal für die Greifswalder Universitätsmedizin dar. Die Erfinder der Technologie wurden 2014 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Einen von ihnen, den Physiker Stefan Hell, wird Florian Siegerist nun persönlich in Lindau treffen. Florian Siegerists berufliches Ziel ist es, als forschender Arzt tätig zu sein. Er hofft daher, in Lindau nicht nur einen spannenden Austausch mit anderen jungen Forschern und Nationen zu erleben, sondern vielleicht auch die eine oder andere Forschungskooperation anzuregen.

Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen dienen seit ihrer Gründung 1951 dem Austausch, der Vernetzung und der Inspiration. Jährlich werden weltweit mehrere Tausend Studierende, Doktoranden und Post-Docs unter 35 Jahren von Akademien, Stiftungen und Universitäten zur Teilnahme nominiert. Die in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer repräsentieren die nächste Generation führender Wissenschaftler und Forscher. Nach den Regeln des Treffens ist es nur einmal im Leben möglich, daran teilzunehmen.

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