Zwei ERC Starting Grants: Auszeichnung für UKE-Wissenschaftler durch Europäischen Forschungsrat

„ERC-Grants sind wichtige Hinweisgeber für die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Hochschu-le. UKE-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren 13 ERC Grants erhalten. Das unterstreicht, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Für die beiden jungen Wis-senschaftler freue ich mich sehr“, sagt Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät und UKE-Vorstand.
Der erste Grant geht an Prof. Dr. Nicola Gangliani, I. Medizinische Klinik und Klinik für Allgemein, Viszeral- und Thoraxchirurgie. Er wird für sein Projekt „Diet-namic“ (From fast food to healthy diet: Addressing the dynamic molecular mechanism of sequential diet switch-induced T cell plasticity for the purpose of developing new treatments for immuno-mediated diseases) vom Europäischen For-schungsrat ausgezeichnet. Prof. Gagliani beschäftigt sich mit zugrundeliegenden Mechanismen der steigenden Zahl chronisch-entzündlicher Immunerkrankungen, die häufig den Darm betreffen und Ausgangspunkt einer Darmkrebserkrankung sein können. Grund für den Anstieg und das Fortschrei-ten der entzündlichen intestinalen Prozesse könnte die vor allem in westlichen Ländern vorherr-schende Nahrungsfülle mit hohem Fett- und Zuckeranteil sein. „Wir wollen untersuchen, ob das Im-munsystem genauso schnell auf Änderungen der Darmflora reagiert wie die Darmflora auf die Ernäh-rung – und welche Auswirkungen eine rasche Ernährungsumstellung auf das Immunsystem hat.“ Ein mögliches Ergebnis der Untersuchungen könnte sein, dass eine spezifische, möglicherweise nur kurz-fristige Umstellung der Ernährung eine pathologische Immunantwort rückgängig machen kann. Prof. Gagliani: „Darüber hinaus wollen wir pharmakologische Behandlungsansätze entwickeln, wenn es für eine einfache Umstellung der Ernährung bereits zu spät ist.“
Den zweiten Grant hat Dr. Simon Wiegert aus dem Zentrum für Molekulare Neurobiologie Ham-burg (ZMNH) für das Projekt „LIFE synapses“ (Long-term Investigation of Functional Excitatory Sy-napses: Linking Plasticity, Network Wiring and Memory Storage) errungen. Ziel seines Wissenschaft-ler-Teams ist es zu erforschen, ob Erinnerungen tatsächlich in den synaptischen Verbindungen zwi-schen Nervenzellen gespeichert werden können. Es ist bereits bekannt, dass die Aktivierung be-stimmter Nervenzellen ausreicht, um Gedächtnisinhalte hervorzuholen. Ob die Informationen jedoch in den Nervenzellen selbst oder in den synaptischen Verbindungen zwischen ihnen gespeichert sind, ist nicht bekannt. Dazu muss zunächst besser verstanden werden, wie Informationen generell über lange Zeit an synaptischen Verbindungen gespeichert werden. Dieser Frage wird mit Langzeitbe-obachtungen und funktionellen Messungen einzelner Synapsen nachgegangen. Durch Einsatz neues-ter optischer Methoden werden Synapsen sichtbar gemacht, die während eines Lernprozesses aktiv waren. Dadurch können diese Synapsen mit einer bestimmten Erinnerung in Verbindung gebracht und über die Zeit verfolgt werden.
Die Förderung von grundlagenorientierter Pionierforschung ist einer der Schwerpunkte der Europäi-schen Union. Dafür wurde der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) geschaf-fen. ERC Grants sind Teil des „Horizont 2020“ genannten EU-Rahmenprogramms, mit dem die Euro-päische Union sowohl die Grundlagenforschung als auch anwendungsnahe Forschungsfelder finan-ziert. Das Gesamt-Fördervolumen des 2014 begonnenen Programms beträgt bis 2020 rund 70 Milli-arden Euro.

Kontakt
Prof Dr. Nicola Gagliani
I. Medizinische Klinik und Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Telefon: (040) 7410-50852
n.gagliani@uke.de

Dr. Simon Wiegert
Institut für Synaptische Physiologie
Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Falkenried 94
20251 Hamburg
Telefon: (040) 7410-55085
simon.wiegert@zmnh.uni-hamburg.de

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