Zur Kommentierung freigegeben: Broschüre zur Früherkennung von Prostatakrebs

Früherkennung von Prostatakrebs wird in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert
Die Ergebnisse zweier großer Studien zum Nutzen des sogenannten PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatakrebs sind widersprüchlich; gleichwohl deuten die jüngsten Auswertungen darauf, dass auf lange Sicht die Prostatakrebssterblichkeit durch den Test gesenkt werden kann. Gleichzeitig können durch den Test Tumoren entdeckt werden, die nie Beschwerden verursacht hätten und ohne Früherkennung nie entdeckt worden wären. Damit werden betroffene Männer unnötig zu Krebspatienten. Das macht eine Entscheidung für oder gegen einen solchen Test nicht einfach.

Die Entscheidung unterstützen
Die vorliegende Broschüre, die jetzt im Rahmen des onkologischen Leitlinienprogramms entwickelt wurde, unterstützt Männer bei der Entscheidungsfindung: Sie informiert umfassend über die aktuellen Erkenntnisse zu Nutzen und Risiken der Früherkennungstests, über den Krankheitsverlauf und die in Frage kommenden Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem erfahren Interessierte, wie die Früherkennungsuntersuchungen bei Männern durchgeführt werden sollten, die sich dafür entscheiden. Grundlage ist die aktuelle „Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zu Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms“, die auf der Basis des besten derzeit verfügbaren Wissens Behandlungsempfehlungen für Ärzte ausspricht. Eine eindeutige Empfehlung für oder gegen die Früherkennung auf Prostatakrebs gibt diese Leitlinie nicht.

Von Betroffenen und Ärzten gemeinsam erstellt
Die Broschüre „Früherkennung von Prostatakrebs“ wurde gemeinsam von Ärzten und Patientenvertretern erstellt. Betreuung und Redaktion erfolgten durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Die Konsultationsfassung des Ratgebers wurde jetzt im Internet veröffentlicht. Bis zum 24. November 2011 können Interessierte und Experten diese Fassung kommentieren, Verbesserungsvorschläge machen oder Ergänzungen vorschlagen. Im Namen der beteiligten Autoren sind alle Interessierten eingeladen, diese Möglichkeit zu nutzen. Die Vorschläge werden gesichtet und nach Abstimmung in der Redaktionsgruppe gegebenenfalls in der Finalversion berücksichtigt.

Das Leitlinienprogramm Onkologie wird gemeinsam getragen von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Krebshilfe e.V. Die Organisationen haben sich damit zum Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern. So soll die Versorgung von Krebspatienten verbessert werden. Grundlagen des Programms sind die medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse der Fachgesellschaften und der DKG, der Konsens der medizinischen Fachexperten, Anwender und Patienten sowie auf das Regelwerk für die Leitlinienerstellung der AWMF und die fachlichen Unterstützung und Finanzierung durch die Deutsche Krebshilfe.

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