Zu Unrecht kritisiert: Die Riester-Rente lohnt sich

(djd). Kompliziertes Zulageverfahren, zu viel Bürokratie, für Geringverdiener nicht lohnenswert: Auch zehn Jahre nach ihrer Einführung wird die Riester-Rente immer wieder in Misskredit gebracht. Tatsächlich ist diese Form der privaten Altersvorsorge aber eine echte Erfolgsgeschichte. Fast 15 Millionen Menschen haben bisher knapp 37 Milliarden Euro über Riester-Produkte angespart.

Herzstück der Vorsorge sind die üppigen staatlichen Zulagen: 154 Euro erhält jeder Riester-Sparer, für Kinder gibt es zusätzlich bis zu 300 Euro jährlich. Und die Deutschen sind in überwältigender Mehrheit damit einverstanden, dass der Staat ihre privaten Sparanstrengungen unterstützt. In einer aktuellen TNS-Emnid-Umfrage für die Allianz Deutschland AG waren 91 Prozent der Meinung, dass der Staat die private Vorsorge fördern sollte, nur acht Prozent sprachen sich dagegen aus.

„Finanztest“: Riester-Verträge bei der Altersvorsorge erste Wahl

„Finanztest“ (Ausgabe 11/2011) nahm anlässlich des bevorstehenden zehnjährigen Jubiläums die Riester-Rente kritisch unter die Lupe. Das Fazit der Verbraucherschützer: „Wenn man fürs Alter vorsorgen will, ist ein Riester-Vertrag wegen der Förderung erste Wahl.“ Allerdings weisen die Experten ausdrücklich darauf hin, dass der entsprechende Vertrag günstig sein und zum jeweiligen Sparer passen müsse. Zudem sollten alle Riester-Vorsorger darauf achten, dass sie die vollen Zulagen auch wirklich erhalten. Dazu, so „Finanztest“, sei es notwendig, dass die Sparleistung angepasst werde, wenn das Einkommen des Sparers gestiegen sei. Änderungen, die sich auf die Zulagen auswirken könnten – wie etwa die Geburt eines Kindes – sollten zudem umgehend dem Anbieter mitgeteilt werden.

Bestnoten von Verbraucherschützern

„Die Anbieter kümmern sich intensiv darum, dass diese Daten mitgeteilt werden und die Zulagen den Riester-Verträgen gutgeschrieben werden können“, betont auch Dr. Franz Müller von der Allianz Leben. Beim Stuttgarter Lebensversicherer hätten Servicemaßnahmen dazu geführt, dass zuletzt mehr als 93 Prozent der Kunden einen Zulagenantrag gestellt haben. Über die staatliche Förderung hinaus profitieren Riester-Sparer von einem Produktangebot, das immer vielfältiger und für den Kunden transparenter geworden ist. Die Allianz selbst kam im Juli 2001 mit klassischen und fondsgebundenen Riester-Renten auf den Markt, für letztere können inzwischen auch verschiedene Nachhaltigkeitsfonds gewählt werden. Schon seit November 2008 gibt es von diesem Anbieter im Rahmen von Wohn-Riester auch staatlich geförderte Darlehen zur Baufinanzierung. In einer Studie von „Finanztest“ (Ausgabe 12/2010) wurde das Riester-Darlehen mit direkter Tilgung von den Verbraucherschützern als bestes Angebot in dieser Kategorie benannt.

Riester-Rente lohnt sich für die allermeisten Bürger

Nach Ansicht von Dr. Franz Müller ist das Potenzial der Riester-Rente aber längst nicht ausgeschöpft. Zum einen müsse sie weiter vereinfacht werden, um noch attraktiver zu werden. Zum anderen sei aber noch mehr Aufklärung erforderlich – denn immer wieder würden falsche Behauptungen dazu in die Welt gesetzt.

Ein wiederkehrendes Argument: Gerade für Gering- oder auch Durchschnittsverdiener lohne sich die Riester-Rente nicht. Ein Argument, dem Dr. Franz Müller widerspricht: „Zu solch irreführenden Ergebnissen kommt es nur dann, wenn man die gesamten, den Kunden gewährten Leistungen – insbesondere aus der Überschussbeteiligung – nicht angemessen berücksichtigt.“ Bei einer korrekten Betrachtungsweise rechne sich für die meisten Bürger, insbesondere Geringverdiener und Familien, keine Vorsorge so gut wie die Riester-Rente.

Nach Angabe der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) nehmen gerade Menschen mit geringem Einkommen und Familien mit Kindern die Zulagenförderung in erheblichem Maße in Anspruch: Rund 30 Prozent der Empfänger verfügten demnach im Beitragsjahr 2009 über ein Einkommen von bis zu 10.000 Euro, rund 50 Prozent von bis zu 20.000 Euro und knapp 70 Prozent von bis zu 30.000 Euro.

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