Zu hohes Cholesterin – was steckt dahinter?

(djd). Ein erhöhter Cholesterinspiegel gehört zu den größten Risikofaktoren für Herzerkrankungen. Wie die Deutsche Herzstiftung warnt, kann ein Übermaß an Cholesterin zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen. Aber wer sein persönliches Risikoprofil kennt, auf eine herzgesunde Lebensweise achtet und seine Cholesterinwerte im Blick behält, kann viel für seine Gesundheit tun. Allerdings sollte man sich gut informieren. Denn nicht alles, was über den Fettstoffwechsel behauptet wird, stimmt.

Körpereigene Produktion entscheidend

So hat zum Beispiel der Verzehr von Eiern nur wenig Einfluss auf die Cholesterinwerte. Zwar enthalten Eier viel Cholesterin, doch Lecithin sorgt dafür, dass nur geringe Mengen ins Blut gelangen. Der Einfluss der Ernährung wird eher überschätzt, denn Cholesterin wird nur zum Teil aus der Nahrung aufgenommen. Der überwiegende Teil wird im Körper selbst gebildet und ist daher von größerer Bedeutung für die Höhe des Cholesterinspiegels. Gefährlich kann es werden, wenn aufgrund einer Stoffwechselstörung dauerhaft zu viel „schlechtes“ LDL-Cholesterin entsteht. Unter http://www.cholesterin.msd.de gibt es Informationen, einen Risikorechner, Rezepte und eine Broschüre zum Download.

Hohes Risiko, niedrige LDL-Zielwerte

Ein erhöhtes LDL-Cholesterin kann Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) begünstigen. Das Risiko steigt, wenn genetische Faktoren, Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen, Bewegungsmangel oder Übergewicht hinzukommen. Menschen mit bestehenden Herz- und Gefäßerkrankungen gehören ebenfalls zur stark gefährdeten Gruppe, der im Allgemeinen die medikamentöse Senkung des LDL-Cholesterins mit Statinen empfohlen wird. Doch mit dieser Monotherapie könnten LDL-Zielwerte unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l) nicht immer erreicht werden, erklärt Professor Dr. Sabine Westphal. „Dann besteht die Möglichkeit der Kombination mit anderen Medikamenten, beispielsweise einem Cholesterinresorptionshemmer“, so die Oberärztin an der Universität Magdeburg. In einer neuen europäischen Therapieleitlinie wird bei sehr hohem Herzinfarktrisiko ein LDL-Wert von maximal 70 mg/dl (1,8 mmol/l) empfohlen.

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