ZNS – Hannelore Kohl Stiftung verabschiedet Kuratoriumsmitglied Professor Klaus von Wild

Seine berufliche Vita und die zahlreichen Ehrungen, die Klaus von Wild im Laufe der Jahre erhielt, stehen für das Thema, das zu seinem Lebenswerk wurde: Eine neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation, die Menschen mit Verletzungen des Zentralen Nervensystems eine bestmögliche Lebensqualität und Teilhabe ermöglicht.

Pionier der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation

Klaus von Wild kam am 4. Mai 1939 in Offenbach am Main zur Welt. „In meiner Familie waren immer alle Ärzte oder Juristen“, berichtet er. Folgerichtig studierte er ab 1960 in Frankfurt am Main, Wien und München Medizin. Früh fand er sein Spezialgebiet, wurde 1968 promoviert und 1977 habilitiert. Danach wechselte er als leitender Oberarzt nach Hannover, wurde 1982 Chefarzt der neurochirurgischen Abteilung am Clemenshospital Münster, einem akademischen Krankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 1984 folgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor für Neurochirurgie durch die Medizinische Fakultät der Medizinischen Hochschule Hannover, 1987 die außerplanmäßige Professur an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Bis heute umfasst seine Publikationsliste beeindruckende 14 Bücher, 27 Buchbeiträge und über 250 Originalbeiträge in gelisteten Fachzeitschriften.

Als herausragendem Neurochirurg und Neurotraumatologen war es für ihn stets eine Selbstverständlichkeit, Patientinnen und Patienten gemäß den neuesten Erkenntnissen medizinisch optimal zu versorgen. Doch Klaus von Wild wollte noch mehr erreichen: Den verletzten Menschen, die Rückkehr in ein erfülltes Leben zu ermöglichen. Dazu bedurfte es für Menschen mit Schädelhirntrauma einer effektiven, schon auf der Intensivstation beginnenden Frührehabilitation.

Zwei engagierte Menschen, ein gemeinsames Thema

Auch Hannelore Kohl, die bereits ab 1971 als Schirmherrin die neurologische Rehabilitations-Klinik in Vallendar unterstützte, lag das Thema Frührehabilitation am Herzen. 1983 gründete sie das KURATORIUM ZNS, Vorläufer der heutigen ZNS – Hannelore Kohl Stiftung, um schädelhirnverletzten Unfallopfern noch nachhaltiger helfen zu können.

„Ein Luftkissenbett wurde der Katalysator für unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit“, berichtet Klaus von Wild. Er hatte bei Hannelore Kohl angefragt, ob ein Spezialbett für Schwerstkranke im Clemenshospital unterstützt werden könnte, erhielt die Zusage des KURATORIUM ZNS e. V. und lernte Hannelore Kohl bei der Übergabe in Münster persönlich kennen und schätzen. Von der Arbeit der damaligen Kanzlergattin beeindruckt, unterstützte der Neurochirurg fortan das KURATORIUM ZNS e.V. und die daraus entstandene ZNS – Hannelore Kohl Stiftung. Zunächst 1999 von der Gründerin in den Beirat der Stiftung berufen, war von Wild seit 2008 bis Ende 2019 Mitglied des Kuratoriums und Gutachter der Stiftung.

„Ich schaue zufrieden auf meine ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Stiftung zurück,“ so Klaus von Wild. „Hannelore Kohl und mich hat bei unseren Begegnungen stets eine Frage verbunden: Was können wir Neues machen? Es war mir eine große Freude, mein Wissen, meine nationalen und internationalen Kontakte und Erfahrungen auch im Sinne der Stiftung und damit zum Wohl schädelhirnverletzter Unfallopfer in Deutschland zur Verfügung zu stellen.“ In ihrer Laudatio anlässlich der Verabschiedung erklärte die ehemalige Leiterin des Neurologischen Reha-Zentrums für Kinder und Jugendliche Friedehorst, zugleich ehemalige Vizepräsidentin der Stiftung, Dr. Annegret Ritz im Namen der Stiftung: „Wir verabschieden uns heute mit warmen Herzen, voller Anerkennung und Hochachtung vor der großartigen Leistung eines großartigen Menschen, von einem herausragenden Arzt mit einem unermüdlichen, nicht nur wissenschaftlichen, sondern durch und durch menschlichen Einsatz.“

Weitere Informationen:

    Scroll to Top