Ziele und Belastungsgrenzen der Erde erzählen

Berlin, 01.6.2017// Der Earth Overshoot Day (Welterschöpfungstag) ist ein Indikator dafür, dass das global dominante Wirtschaftssystem zu implodieren beginnt. Denn es gibt keine zweite oder dritte Erde, die Ressourcen liefern kann. Raum ist in der Endlichkeit der Erde keiner mehr da, nur noch Zeit. Gegenwart konsumiert Zukunft. Wie ist es möglich, dagegen zu halten? Gelingt eine Transformation? Gelingt dies einer APO 2.0, wie es Claus Leggewie und Harald Welzer 2009 in ihrem Buch „Das Ende der Welt, wie wir sie kannten“ vorgeschlagen haben?

Mit der Internationalen Sommeruniversität „Transmedia Storytelling | Kultur des Klimawandels – Kommunizieren für die Zukunft“ bietet das Climate Culture Communications Lab (CCCLab) jährlich Blended-Learning-Weiterbildungen an. Die Sommeruniversität richtet sich an Kommunikations- und Umweltwissenschaftler*innen, JournalistInnen, FilmemacherInnen, MitarbeiterInnen aus PR-Agenturen, KünstlerInnen sowie an Akteure aus Zivilgesellschaft, Verwaltungen und Unternehmen. Sie will einmal den Zugang zu neuen Medien und Kommunikationsformaten eröffnen. Zum anderen sucht sie nach passenden Ästhetiken und Erzählweisen der Klimakultur.

In diesem Jahr leistet die Sommeruniversität „Transmedia Storytelling | Kultur des Klimawandels – Kommunizieren für die Zukunft“ ihren Beitrag zum Kommunizieren von Transformationsprozessen, indem davon ausgegangen wird, dass das Kommunizieren kollaborative Lernprozesse trägt, in denen die Transformation überhaupt erst lesen gelernt wird. Zeitgemäß zum Anthropozän geht es um Erfahrungen aus der Zukunft. Die Erzählungen dazu sind etwa Geschichten über die „wünschenswerte Gestaltung“ der Veränderungen (planetarische und kulturelle, sozioökonomische Leitplanken) und Reflektionen bisheriger künstlerischer Utopien und Zukunftsbilder. Hierzu wird auf Gestaltungsansätze des Künstlers Michael Pinski zurückgegriffen. Er zeigt, dass Erfahrungen auch konstruiert, inszeniert werden müssen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie unterschiedliche Zukünfte aussehen.

Diese Intention übernehmen wir als Forschungsfrage für die Sommeruniversität in der Kombination mit dem Ansatz des Design Fiction. Zukunftserwartungen zu verändern und Grundannahmen zu hinterfragen, fällt vielen Menschen kognitiv sehr schwer. Deutlich einfacher ist es, irritierende Erfahrungen und Erlebnisse zu machen und so neue Gedanken zu provozieren. Beim Design Fiction erfindet man solche störenden und provozierenden Objekte aus der Zukunft und platziert sie in vertrauten Kontexten. Man kann sich Design Fiction als Science-Fiction-Objekt vorstellen. Um die Produktion solcher Objekte – wie sie etwa im Near Future Laboratory entworfen werden – geht es in den Werkstätten der diesjährigen Sommeruniversität. Die Teilnehmer*innen entwerfen gemeinsam Szenarien solcher Zukünfte und gestalten diese in Wort, Bild und Ton – als Kurzfilm, kurzer Spot, Animation oder auch Podcast.

Alle Produkte zusammen sollen zu einer seriellen und transmedialen Erzählung verdichtet werden. Transmedia Storytelling ist das Erzählen von Geschichten über verschiedene Medien hinweg. Es ist eine wirkungsvolle Methode, um Menschen selbst komplexe Themen nahe zu bringen, so erläutert Dr. Joachim Borner von KMGNE, Initiator und Leiter der Sommeruniversität, die Idee hinter der Weiterbildung.

Das Programm und ein Anmeldeformular finden Sie unter www.ccclab.org. Die ursprüngliche Anmeldefrist wird bis zum 09.06.2017 verlängert.

Climate Culture Communications Lab (CCCLab)
Das Climate Culture Communications Lab ist eine Kommunikationsschule und ein internationales Netzwerk von Experten aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Kunst. Das CCCLAB vermittelt in den Diskursen sowohl zwischen den Disziplinen als auch zwischen Süd und Nord. Mitglieder des Konsortiums sind das Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung KMGNE, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, das Adolf-Grimme-Institut, die Universidad Academia de Humanismo Cristiano, Chile und ECOMOVE International. Kooperationspartner sind u.a. das Wuppertalinstitut für Klima, Umwelt, Energie, das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V, die Akademie für Nachhaltige Entwicklung M-V, das Partnernetzwerk Medien im Nationalen Aktionsplan BNE / Fachforum informelles Lernen und Jugend, das Klima-Bündnis und viele mehr.

Pressekontakt:
Martina Zienert, KMGNE
Tel.: 030 – 29367940
mzienert@kmgne.de
www.kmgne.de, www.ccclab.org

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