Zertifizierungsurkunde als Geburtstagspräsent

Vor mehr als 300 geladenen Gästen feierte gestern (31.10.2012) das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in der Stadthalle Braunschweig sein zehnjähriges Bestehen mit einem fachlichen Symposium und einer Festveranstaltung. Ein Geburtstagspräsent machte sich das Amt selbst: Pünktlich zum Jubiläum konnte die Zertifizierung für das Qualitätsmanagement gemäß DIN EN ISO 9001 abgeschlossen werden.

Dafür wurde beim BVL ein dreitägiges Audit durch den TÜV Nord durchgeführt, bei dem das BVL die Organisation, Umsetzung und Dokumentation seiner Arbeitsabläufe darlegte. Christine Flöter von der TÜV Nord GmbH überreichte das Zertifikat dem BVL-Präsidenten Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg. Dieser dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement sowohl bei der Zertifizierung als auch der täglichen Arbeit. „Der Vorteil einer jungen Organisation wie dem BVL ist, dass sie flexibel ist und sich auf neue Herausforderungen einstellen kann.“

Erst 2002 wurde das BVL gegründet, als in Folge der BSE-Krise der gesundheitliche Verbraucherschutz in Deutschland neu geordnet wurde. Im BVL wurden erstmals die Risikomanagementaufgaben entlang der Lebensmittelkette in einem Amt zusammengefasst. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hob in ihrem Grußwort hervor, dass das BVL mittlerweile eine Schlüsselfunktion für die Lebensmittelsicherheit in Deutschland habe. „Es ist aber nicht nur ein Stabilitätsanker in stürmischen Zeiten. Das BVL ist in allererster Linie der Vordenker, der Krisen über Prävention abwendet. Nicht als Nothelfer, der sich mit lauter Sirene seinen Weg bahnt, sondern als vorausschauender Manager von Risiken.“

Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann betonte ebenfalls die wichtige tägliche Arbeit des BVL. „Es vergeht für unsere Landesbehörden kein Tag, ohne dass sie Dienstleistungen des BVL wahrnehmen.“ Das BVL sei in den vergangenen zehn Jahren zu einem unverzichtbaren Partner der Bundesländer geworden, zu einer „Drehscheibe für die Lebensmittelüberwachung“.

Auch die Direktorin der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), Catherine Geslain-Lanéelle, sieht im BVL einen „der Schlüsselpartner im europäischen System der Lebensmittelsicherheit“. Das BVL sei aber mehr als ein Partner, es sei ein Freund. „Freunde erkennt man, wenn etwas falsch läuft. Gerade in stürmischen Zeiten ist das BVL ein Pfeiler der Stabilität.“ Die Direktorin der EFSA ging in ihrer Festrede auf die seit zehn Jahren in Deutschland und der EU praktizierte Trennung von Risikomanagement und Risikobewertung ein, die aus ihrer Sicht erfolgreich ist. Sie mahnte aber auch einen ständigen Dialog zwischen den beiden Partnern an.

Die Trennung von Risikomanagement und –bewertung war bereits Thema des Fachsymposiums, das der Festveranstaltung vorausging. Außerdem ging es in den Beiträgen des Symposiums um die Perspektiven des BVL in der Zukunft. Hier wurde klar, dass auf das BVL in den kommenden Jahren neue Herausforderungen warten, sei es beim Krisenmanagement, bei internationalen Kooperationen oder im Bereich des wirtschaftlichen Verbraucherschutzes.

Hintergrundinformation:
Zahlreiche Krisen wie Dioxin in Futtermitteln, Antibiotika in Schweinefleisch oder BSE veranlassten die Bundesregierung Ende der neunziger Jahre, den gesundheitlichen Verbraucherschutz neu zu strukturieren. Bewertung und Management von Risiken, die früher unter einem Dach vereint waren, sollten voneinander getrennt werden.

Zum 1. Januar 2002 nahm das BVL noch unter dem Namen „Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ als Behörde für das Risikomanagement die Arbeit auf. Im gleichen Zug wurde mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung eine Institution ins Leben gerufen, die unabhängig Risiken bewertet und die Bundesregierung berät.

Im November 2002 wurde das BVL in Bundesamt umbenannt. Die Abteilung für Pflanzenschutzmittel, der Bereich Futtermittel, der Fachbereich Tierarzneimittelzulassung sowie eine Reihe von Fachaufgaben aus dem Bereich der Lebensmittelsicherheit wurden von anderen Behörden übernommen. Im Jahr 2004 kam die Zulassung gentechnisch veränderter Organismen hinzu. Seit Ende 2006 nimmt das BVL auch Aufgaben des wirtschaftlichen Verbraucherschutzes wahr.

Derzeit arbeiten beim BVL rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Braunschweig und Berlin. Präsident ist seit dem Jahr 2008 der Pharmazeut und Lebensmittelchemiker Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg.

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