Zehn Jahre Nachwuchswissenschaftlertreffen in Bonn

Bonn (gb) – Bereits zum zehnten Mal versammelten sich junge Forschertalente in Bonn, um am Max-Eder-Nachwuchsgruppentreffen der Deutschen Krebshilfe teilzunehmen. Im Jahr 2000 hatte die Organisation das Stipendienprogramm ins Leben gerufen, um vielversprechenden Nachwuchswissenschaftlern nach einem Auslandsaufenthalt den Aufbau einer eigenen Forschergruppe in Deutschland zu ermöglichen. Viele der geförderten Wissenschaftler sind heute international anerkannte Experten auf ihrem Gebiet.

Derzeit fördert die Deutsche Krebshilfe 25 Nachwuchsarbeitsgruppenleiter. Ein Teil von ihnen kommt jedes Jahr zusammen, um über ihre Forschungsergebnisse zu berichten und zu diskutieren. Im Vordergrund steht der konstruktive Austausch zwischen dem onkologischen Nachwuchs und erfahrenen Wissenschaftlern.

„Oftmals werden junge Forscher, die hochmotiviert aus dem Ausland nach Deutschland zurückkommen, ausgebremst. Es fehlt einfach an finanziellen Mitteln“, erläutert Professor Dr. Martin Schuler, Mitglied des Fachausschusses „Nachwuchsförderung“ der Deutschen Krebshilfe. „Mit dem Max-Eder-Programm geben wir ihnen die Chance, eine eigene Arbeitsgruppe an einer deutschen Einrichtung aufzubauen.“

Schuler selbst war einer der ersten, der im Rahmen des Max-Eder-Programmes gefördert wurde. Nach einem Forschungsaufenthalt in den USA zog es den Mediziner zurück nach Deutschland, um seine im Ausland erworbenen Kenntnisse in den Dienst der anwendungsorientierten Forschung einer Universitätsklinik zu stellen. „Die Möglichkeit, im Rahmen des Max-Eder-Programms gefördert zu werden, hatte maßgeblich zu meiner Entscheidung beigetragen, an eine deutsche Hochschule zurückzukehren“, so Schuler weiter.

Heute ist Schuler Direktor der Inneren Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Essen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Entwicklung persönlich angepasster Therapiestrategien für Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen. Als Fachausschussmitglied der Deutschen Krebshilfe kümmert er sich nun selbst um junge Wissenschaftler. „Der Nachwuchs ist unser wichtigstes Kapital, um auch in Zukunft eine hochwertige und moderne Krebsforschung in Deutschland zu ermöglichen.“

Auch für Professor Dr. Claudia Baldus ist die Teilnahme am Max-Eder-Programm ein entscheidender Karriereschritt gewesen. 2005 kehrte sie aus den USA zurück und nutzte das Max-Eder-Programm, um sich ihre eigene Arbeitsgruppe aufzubauen. „Ohne die Förderung der Deutschen Krebshilfe wäre es mir nur sehr schwer möglich gewesen, hier meine Forschungsinteressen zu verwirklich“, sagt Baldus. Nach Abschluss ihrer Max-Eder-Förderung ging Baldus den nächsten Schritt: Seit 2011 hat die Medizinerin eine Stiftungsprofessur der Deutschen Krebshilfe an der Berliner Charité inne. Dort entwickelt sie neue Konzepte für die Behandlung von Leukämie.

Das Stipendienprogramm ist nach dem Münchner Mediziner Professor Dr. Max Eder benannt. Eder unterstützte die Deutsche Krebshilfe seit ihrer Gründung und war lange Zeit Vorsitzender des Medizinischen und Wissenschaftlichen Beirates der Organisation. Er verstarb 1998 im Alter von 73 Jahren.

Hintergrundinformation: Career Development Program

Mit ihrem „Career Development Program“ unterstützt die Deutsche Krebshilfe talentierte Nachwuchswissenschaftler mit verschiedenen Förderprogrammen. Sie vergibt Promotions-Stipendien für wissenschaftlich interessierte Medizinstudenten, die eine forschungsorientierte Doktorarbeit in einem Labor in Deutschland durchführen möchten (Mildred-Scheel-Doktorandenprogramm). Darüber hinaus bietet sie Stipendien für junge Mediziner und Naturwissenschaftler an, die mit einem Postdoktoranden-Stipendium Projekte auf dem Gebiet der kliniknahen Grundlagenforschung und klinischen Krebsforschung an renommierten Institutionen im Ausland durchführen wollen (Mildred-Scheel-Postdoktorandenprogramm). Hochqualifizierte junge Onkologen können anschließend bei der Etablierung einer eigenständigen Arbeitsgruppe unterstützt werden (Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm). Vervollständigt werden die Förderungsmöglichkeiten durch das Programm zur Einrichtung einer wissenschaftlich ausgerichteten onkologischen Stiftungsprofessur (Mildred-Scheel-Professur).

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Bonn, 25. Februar 2014

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