Zahnimplantate: High-Tech statt Zahnlücke

Zahnimplantate

Beim Stichwort Zahnersatz denken viele Menschen oft zuerst an die ‚dritten Zähne‘ von Oma und Opa, die beim Essen klapperten, gelegentlich herausfielen und allabendlich in das Wasserglas auf dem Nachttisch gelegt wurden.

Ganz anders dagegen verhält es sich mit modernen Zahnimplantaten: Sie sind fest im Kiefer verankert und bilden nach dem Zahnverlust einen nahezu perfekten Ersatz des natürlichen Zahns. Zum einen sind die Implantate in Form und Farbe auf die Nachbarzähne abgestimmt und äußerlich nicht als ‚künstlicher Zahn‘ zu erkennen. Zum anderen kann man mit ihnen ganz natürlich sprechen und lachen, fest abbeißen und kauen. Somit gilt die Zahnimplantation – sofern es die individuellen Voraussetzungen des Patienten zulassen – als Königsweg für den Schluss einer Zahnlücke.

Zahnimplantate – Hochwertige Materialien und ausgefeilte Systeme

Um die Belastbarkeit und langjährige Haltbarkeit der Implantate zu sichern, arbeitet die Zahnimplantologie mit hochwertigen Materialien und ausgefeilten Systemen. Grundsätzlich besteht das Implantat aus drei, manchmal auch aus zwei Komponenten:

  • dem eigentlichen Implantatkörper aus Titan, der in den Kieferknochen geschraubt wird,
  • dem Implantataufbau (Abutment), das als Adapter fungiert und bei sog. einteiligen Implantaten in den Implantatkörper integriert ist, und
  • der Implantatkrone aus Keramik (Voll- oder Verblendkeramik, seltener Metall), die den oberen Abschluss bildet.

Besonders wichtig für das erfolgreiche Einheilen des Zahnimplantats ist der Implantatkörper: Er ist in verschiedenen Längen verfügbar, ist zylindrisch oder zahnwurzel-artig geformt und verfügt über ein Gewinde, mit dem er in den Kieferknochen ‚eingeschraubt‘ wird.

Die bekanntesten Hersteller

Weltweiter Marktführer ist die Straumann-Gruppe, deren Palette Einzelimplantate bis hin zu Systemlösungen für den ganzen Kiefer umfasst. Sehr bekannt ist auch das Camlog-Implantatsystem mit seiner patentierten ‚Tube-in-Tube‘ Verbindung zwischen den einzelnen Komponenten.  Andere Hersteller wie Astra Tech oder Nobel Biocare wiederum werben vor allem mit der speziellen Oberflächenbehandlung und -beschichtung der Implantatkörper, die das Einwachsen fördert.

 

Interview mit Dr. Gelencsér von Gelencsér Dental

Wie beurteilen Sie die Marktsituation im Bereich von Zahnimplantaten? Gibt es einen unangefochtenen ‚Top-Hersteller‘ bzw. eine ‚Top-Marke‘ oder gilt es stets im Einzelfall, die individuell passende Lösung zu finden?

Es gibt schon einige Tophersteller mit langjährigem, gut dokumentiertem Erfahrungshintergrund. Es handelt sich dabei um Implantatsysteme, die für alles eine individuelle Lösung anbieten. In den letzten zehn Jahren erlebt man eine explosionsartige Entwicklung auf diesem Gebiet: biomechanische Oberflächengestaltung, biokompatible Innovationen für die schnellere Verknöcherung, und spezielle Lösungen für jeden Einzelfall finden sich derzeit bei mehreren namhaften Marken.

 

Wir legen Wert auf Hersteller, die nicht nur über ein breites Sortiment an Größen anbieten, sondern auch durch langjährige, dokumentierte Erfahrungen hervorstechen.

 

Welche Faktoren bestimmen in Ihrer Praxis die Auswahl zwischen den verschiedenen verfügbaren Implantatsystemen?

Entscheidend ist die Primärstabilität, die man anstrebt, und die geplante Aufbauart. Dabei ist die Form und der Typ des Zahnimplantats, sowie die Knochendichte zu berücksichtigen, aber das Preis-Leistungsverhältnis spielt auch eine Rolle.

 

Welches Implantatsystem nutzen Sie in Ihrer Praxis am häufigsten?

Wir verwenden Implantatsysteme der Premiumkategorie. Nobel Biocare ist jene Marke, die weltweit am häufigsten zum Einsatz kommt. Es handelt sich um den Top-Implantathersteller, der über jahrzehntelange, bestens dokumentierte Erfahrungen verfügt, und einzigartige Lösungen für jedes Problem bietet.

In den letzten Jahren hat sich die schweizerische Marke SGS als Renner etabliert. Es handelt sich um ein Implantatsystem, das ebenfalls ideale und vielseitige Lösungen für alle Situationen bietet. Wenn es auf den Preisvorteil ankommt, ist SGS quasi die kostengünstigere Variante zu den Nobel-Lösungen.

 

Wie steht es mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis bei Zahnimplantaten: Ist ‚teuer‘ auch wirklich ‚besser‘? Oder umgekehrt gefragt: Müssen Patienten bei preiswerteren Implantaten mit qualitativen Abstrichen rechnen und wenn ja, mit welchen?

Von qualitativen Abstrichen kann sicherlich nicht die Rede sein. Der Unterschied ergibt sich eher daraus, dass die marktführenden Firmen enorme Summen in Forschung und Entwicklung investieren können und über den Standardlösungen hinaus auch individuelle Lösungen auf ihrer Produktpalette haben. Innovationen werden aber im heutigen Zeitalter binnen kürzester Zeit von den anderen Herstellern übernommen. Das Nobel-System gilt als anspruchsvoller, aber SGS wird auch den höchsten Qualitätsansprüchen gerecht.

 

Wie wichtig ist es für Sie sich als Implantationsspezialist, sich über die Neuentwicklungen am Markt auf dem Laufenden zu halten?

Routine ist wichtig, aber definitiv nicht genug. Ich bin dafür, dass man etwas Bewährtes nicht gleich gegen die erstbeste neue Methode eintauscht, aber über Neuentwicklungen stets informiert ist. Ich bin der Ansicht, dass Innovationen unter höchster Sicherheit eingeführt werden müssen. Und ich denke dabei ausschließlich an solche Innovationen, die wissenschaftlich dokumentiert ist. Für die kontinuierliche Weiterentwicklung sind daher neben sicheren Technologien eben die Neuentwicklungen unerlässlich.

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