Zahlen und Fakten: Versuchstiermeldung des MDC für das Jahr 2016

Diese Zahlen hat das MDC jetzt an das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) übermittelt:

Mäuse: 43.814
Ratten: 4.153
Goldhamster: 5
Andere Nagetiere: 6
Kaninchen: 13
Krallenfrösche: 10
Zebrabärblinge: 772
Gesamt: 48.773

Unter den 31.993 genetisch veränderten Tieren wiesen 6.874 einen pathologischen Phänotyp auf. Die Versuche mit diesen Tieren sollen dabei helfen, Volkskrankheiten wie zum Beispiel Diabetes, verengte Herzkranzgefäße oder Krebs besser zu verstehen.

Ein großer Anteil der Tierversuche ist mit geringen Belastungen verbunden (19.572). Ein schwerer Belastungsgrad wurde in 396 Fällen festgestellt. Bei der überwiegenden Mehrheit der vom MDC gemeldeten Versuche wird das Tier ohne Vorbehandlung oder während der Narkose getötet. Sie sind in der Statistik unter „keine Wiederherstellung der Lebensfunktion“ (22.788) erfasst.

Das MDC nimmt den Tierschutz und die ethische Debatte um Tierversuche sehr ernst. Es hat 2012 die internationale Basler Deklaration unterzeichnet, die zu höchsten ethischen Standards bei der tierexperimentellen Arbeit verpflichtet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind dem 3R-Prinzip verpflichtet: reduce, replace, refine. Wenn irgend möglich müssen sie die Belastung reduzieren und die Belastung gegen den erwarteten medizinischen und wissenschaftlichen Nutzen abwägen.

„Solche Versuche durchzuführen, fällt niemandem leicht“, sagt Prof. Dr. Martin Lohse, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des MDC und Leiter der Arbeitsgruppe Tierversuche an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Dennoch ließe sich nicht jeder Versuch durch Experimente in Zellkulturen oder durch Simulationen ersetzen. Methoden wie CRISPR-Cas ermöglichten zudem neue Tiermodelle, die menschliche Krankheiten genauer als bisher nachbilden können.

„Versuchstiere bleiben bis auf Weiteres ein unverzichtbarer Bestandteil biomedizinischer Forschung. In unserer Verantwortung liegt es, die Versuche gut zu machen und jeweils zu überlegen, welche Alternativen es gibt“, sagt er. „So wollen wir in Zukunft unser Forschungsspektrum zu den Alternativmethoden erweitern, zum Beispiel durch Stammzellforschung und dreidimensionale Zellkulturen.“

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