Wo/men’s Health?

Das Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG) der Universität Augsburg veranstaltet anlässlich der Veröffentlichung des ersten Bandes seiner Buchreihe „Gesundheitsforschung. Interdisziplinäre Perspektiven“ (G.IP) am 8. November 2018 um 17.30 Uhr im Bildungszentrum „Evangelisches Forum Annahof“ einen Science Talk zum Thema „WO/MEN’S HEALTH – Geschlechtergesundheit aus interdisziplinärer Perspektive“. Die Veranstaltung richtet sich an thematisch engagierte Personen aus Wissenschaft und Praxis und lädt darüber hinaus alle Interessierten ein, dieses aktuelle Thema gemeinsam zu diskutieren.

Bereits seit den 1970er Jahren wird von der Geschlechtergesundheitsforschung thematisiert, dass Männer und Frauen sich aufgrund unterschiedlicher sozialer Rollen und Verhaltensmuster in ihrem Gesundheits- und Krankheitsverhalten unterscheiden. Die seit den 1990er Jahren entstandene Gendermedizin kann heute zudem zeigen, dass diese Differenzen nicht nur auf soziale und psychische Ursachen zurückzuführen sind, sondern dass auch die unterschiedliche Biologie der Geschlechter eine zentrale Rolle für gesundheitliche Ungleichheit spielt. Was auf den Menschen aus seiner natürlichen und sozialen Umwelt einwirkt, kann bei Frauen und Männern unterschiedlich relevant werden, Krankheitssymptome unterscheiden sich daher mitunter grundlegend, und auch medikamentöse Therapien können je nach Geschlecht unterschiedliche Effekte haben.

Auf dem Weg zu einer geschlechtersensiblen Gesundheitsversorgung

„Obwohl seit den 1990er Jahren hinsichtlich der Förderung geschlechtersensibler Gesundheitsversorgung einiges passiert ist, bleibt die Frage nach dem Verhältnis von Geschlecht und Gesundheit weiterhin hochaktuell“, betont die Gesundheitssoziologin Prof. Dr. Alexandra Manzei, wissenschaftliche Leiterin des Science Talk. Heute sehen sich geschlechtsspezifische Medizin und Gesundheitsversorgung mit einem breiten Spektrum wissenschaftlicher und politischer Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität konfrontiert. Mit dieser Vielfalt ist ein enormer Zugewinn an Selbstbestimmung und Partizipation für Patientinnen und Patienten verbunden. Und auch Menschen, die nicht den tradierten Vorstellungen der Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität entsprechen, haben heute – zumindest dem Anspruch nach – die Möglichkeit, ihre Geschlechtlichkeit und Sexualität frei zu leben und eine entsprechende, nicht diskriminierende Gesundheitsversorgung einzufordern. Eben damit seien allerdings auch konzeptionelle und versorgungspraktische Probleme verbunden. Zudem stehen sich in der geschlechtsspezifischen Gesundheitsforschung und -versorgung biomedizinische und kultur- bzw. sozialwissenschaftliche Fächer oftmals unversöhnlich gegenüber. „Wir laden alle Interessierten und Engagierten aus Wissenschaft und Praxis sehr herzlich zu einer intensiven Diskussion mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein, die seit langem zu diesem Thema forschen. Der Science Talk bietet Raum für einen intensiven Austausch“, so Manzei.

G.IP: eine neue Buchreihe zur interdisziplinären Auseinandersetzung mit aktuellen gesundheitswissenschaftlichen Herausforderungen

„Themen wie das der Geschlechtergesundheit erfordern aufgrund ihrer hohen Komplexität eine fächerübergreifende Betrachtungsweise“, ergänzt der Jurist Prof. Dr. Ulrich M. Gassner und zielt damit auf die neue gesundheitswissenschaftliche Buchreihe ‚G.IP – Gesundheitsforschung. Interdisziplinäre Perspektiven‘. „In dieser Buchreihe möchten wir diese und ähnlich komplexe und aktuelle Themen aufgreifen und wissenschaftlich interdisziplinär analysieren.“ In regelmäßigen Abständen werden daher in der Reihe G.IP unter Einbeziehung national und international renommierter Expertinnen und Experten Publikationen zu einem aktuellen Gesundheitsthema erscheinen – in diesem Jahr zum Thema Geschlecht und Gesundheit, im nächsten Jahr zum Thema Umwelt und Gesundheit. Herausgegeben wird die Buchreihe von einem interdisziplinären Gremium von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Rechtswissenschaft, der Medizin, der Soziologie und der Informatik, die allesamt im ZIG der Universität Augsburg mit- und zusammenarbeiten.
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Das Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung

Das ZIG wurde 2014 als zentrale Einrichtung an der Universität Augsburg gegründet. Derzeit vereint es 58 Forscherinnen und Forscher der Universität Augsburg aus 7 Fakultäten, 7 Einrichtungen der Universität sowie 6 assoziierte Mitglieder aus der Region Augsburg. Gemeinsam mit Kooperationspartnern außerhalb der Universität arbeiten die Forscherinnen und Forscher an zentralen Fragen zu Gesundheit und Krankheit, zur Medizin und zum Gesundheitssystem. Unterstützt und begleitet wird der Auf- und Ausbau des Forschungszentrums durch einen hochkarätig besetzten Beirat aus Politik und Gesellschaft.
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WO/MANS HEALTH
Ein Science Talk des Zentrums für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG)
• Donnerstag, 8. November 2018, 17.30 –19.00 Uhr
• Evangelisches Forum Annahof, Im Annahof 4 (Hollbau), 86150 Augsburg (http://annahof-evangelisch.de/)
• Eintritt frei, um Anmeldung an veranstaltungen@zig.uni-augsburg.de wird gebeten.
• Programm: http://www.zig.uni-augsburg.de/downloads/ZIG_Info_Folder_sciencetalk.pdf
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Weitere Informationen zur neuen Buchreihe G.IP:
http://www.zig.uni-augsburg.de/publikationen/g-ip/

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Julia von Hayek
Wissenschaftliche Geschäftsführung
ZIG – Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung
Universität Augsburg
Telefon: 0821/598-5490
von-hayek@zig.uni-augsburg.de
http://www.zig.uni-augsburg.de

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