Wolffram-Preis 2018 zur Kopfschmerzforschung von DMKG e.V. verliehen

Den ersten Preis dotiert mit €5000 erhielt Frau Dr. rer. biol. Julia Hebestreit, Institut für Systemische Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf für die Arbeit zur pharmakologischen Modulation der nozizeptiven trigeminalen Transmission in der funktionellen MRT-Bildgebung. Sie konnte zeigen, dass bereits die einmalige orale Gabe von Topiramat ausreichte, um zentrale Strukturen, in diesem Fall die thalamocorticalen Netzwerke, zu beeinflussen, die einen schmerzhaften trigeminalen Reiz erhielten. „Diese Studie ist für unser grundlegendes Verständnis der Wirkweise von Medikamenten wichtig, die vorbeugend bei der Migräne wirken. Trotz des breiten Einsatzes dieser Medikamente wissen wir noch viel zu wenig über ihre genauen Effekte“, so PD Dr. Charly Gaul (Königstein), Generalsekretär der DMKG. Den 2. Preis dotiert mit €2500 erhielt Frau Dr. rer. nat Julia Achenbach, Biochemisch-Pharmakologisches Centrum an der Philipps Universität Marburg für ihre Arbeit zur Erstellung eines evidenzbasierten Bewertungs- und Informationssystems für frei verkäufliche (OTC) Arzneimittel. Basierend auf einer systematischen Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit von frei verkäuflichen Arzneimitteln zur Migränetherapie und deren Nebenwirkungen wurde ein softwaregestütztes System für die Beratungstätigkeit in der Apotheke entwickelt, das auch individuelle Bedürfnisse der Kunden berücksichtigt. „Hier handelt es sich um eine wichtige Arbeit, die aufzeigt, wie hilfreich die Integration von Apothekern in die Behandlung der Migräne gerade bei den verschreibungsfreien Medikamenten sein kann. Die neuen E-Health-Konzepte bieten Chancen für eine noch engere multidisziplinäre Zusammenarbeit aller an der Versorgung von Kopfschmerzpatienten beteiligten Gesundheitsberufe“, so PD Dr. Tim Jürgens (Rostock), Vizepräsident der DMKG, im Namen der Juroren. Der dritte Preis, dotiert mit €1000, ging an Frau Dr. med. Sarah Dietrich, Klinik für Neurologie von der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg. Thema dieser preiswürdigen Arbeit war die prospektive Erfassung von Kopfschmerzen bei Schlaganfällen über insgesamt 12 Monate. Kopfschmerzen traten bei über 40% der Patienten auf, v.a. bei denjenigen mit vorbestehender Migräne und Kopfschmerz vom Spannungstyp sowie jüngeren Frauen. Die Arbeit trägt mit zum Verständnis bei, welche Faktoren Einfluss auf die Entstehung von symptomatischen Kopfschmerzen nehmen.
„Trotz aller Forschung wissen wir zum Teil immer noch erstaunlich wenig über Kopfschmerzerkrankungen wie die Migräne oder Spannungskopfschmerz. Die DMKG ist daher sehr froh, Forschungsarbeiten von jüngeren Wissenschaftlern mit dem Wolffram-Preis auszeichnen zu können, denn nur durch Forschung werden wir weitere Fortschritte für das Verständnis von Kopfschmerzerkrankungen machen.“, so Förderreuther.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
PD Dr. med. Charly Gaul
Generalsekretär und Pressesprecher
Geschäftsstelle des DMKG e.V.
Ölmühlweg 31
61462 Königstein im Taunus
Telefon: 06174-2904-0
eMail: info@dmkg.de

Originalpublikation:
www.dmkg.de

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