Wohnen ohne Stolperfallen

(djd). Ein hoher Eintritt in die Duschkabine, enge Türen oder ein steiles Treppenhaus: Kleine Hindernisse in den eigenen vier Wänden, die über viele Jahre kein Problem darstellten, können im Alter plötzlich zum gefährlichen Hindernis werden. Wenn ohnehin die Beweglichkeit eingeschränkt ist, können schon eine etwas ausgetretene Stufe und ein Stolpern schmerzhafte Folgen haben. Rund drei Millionen Unfälle passieren jährlich in deutschen Haushalten, so die Aktion „Das sichere Haus“. Dabei lassen sich viele Gefahrenstellen durch eine barrierefreie Einrichtung entschärfen – ein Gewinn nicht erst im Alter.

Rechtzeitig an später denken

Auch wenn Kinder zur Familie gehören oder wenn beispielsweise nach einem Sportunfall ein Gipsverband die Beweglichkeit einschränkt, ist man froh über eine barrierefreie Wohnungseinrichtung. Und im Ruhestand, den die meisten möglichst selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung verbringen möchten, sind ergonomische und sichere Lösungen erst recht gefragt. „Die Tücke steckt oft im Detail, das viele Menschen auf den ersten Blick gar nicht wahrnehmen. Das kann zum Beispiel der hohe, schwer zugängliche Küchenschrank sein oder zu enge Zimmertüren, durch die kein Rollstuhl passt“, berichtet Wohnexperte Michael Ritz von TopaTeam. Wer rechtzeitig an später denkt, kann nach seinen Worten meist mit überschaubaren Mitteln das Haus oder die Wohnung sinnvoll umbauen und so für den Ruhestand vorsorgen.

Jeder Raum stellt dabei eigene Anforderungen an die Planung: Im Bad kommt es auf rutschfeste Bodenfliesen an, praktisch ist auch eine ebenerdige Dusche. In der Küche sollten die Vorräte in den Schränken möglichst einfach erreichbar sein. „Ausziehbare Auszüge sind dabei sehr hilfreich. Auch für den Kleiderschrank gibt es spezielle Aufbewahrungssysteme und Einbauten, die den Alltag deutlich erleichtern“, so Ritz weiter. Er empfiehlt, sich an Handwerker vor Ort zu wenden, um individuelle Modernisierungen zu besprechen: Fachleute aus dem Tischler- und Schreinerhandwerk können beispielsweise Möbel, Türen und Treppen bedarfsgerecht umbauen. Unter http://www.topateam.com gibt es Adressen von Ansprechpartnern in der Nähe und zusätzlich die dreimal jährlich erscheinende Zeitschrift „WohnSinn“, die kostenfrei abonniert werden kann. Das Hochglanzmagazin stellt aktuelle Wohntrends vor und gibt in jeder Ausgabe praktische Anregungen und Tipps, auch zum barrierefreien Zuhause.

Fördermittel nutzen

Gut zu wissen: Wer Wohneigentum barrierefrei umbauen lässt, kann Fördermittel nutzen. So vergibt die KfW auch 2014 Mittel aus ihrem Programm „Altersgerecht Umbauen“. Zinsgünstige Darlehen gibt es beispielsweise für den Badumbau oder für breitere Flure. Auch die Kombination mit anderen Sanierungsprogrammen, beispielsweise zur energetischen Sanierung, ist dabei möglich. „Interessierte sollten sich bei ihrer Hausbank über die Möglichkeiten informieren und auch bei ihrer Kommune nachfragen“, empfiehlt Michael Ritz. Denn neben den KfW-Programmen gibt es auch auf Landesebene zusätzliche Töpfe für barrierefreie Umbauten, ebenso von Seiten der Sozialversicherungen.

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