Sicherheitstipps zur Nutzung von WLAN über Hotspots

An vielen Flughäfen, zahlreichen Hotels und Cafés werden inzwischen drahtlose Internetzugänge angeboten. Bundesweit gibt es mehr als 15.000 so genannte WLAN-Hotspots. Sie garantieren eine flächendeckende Breitband-Versorgung. Nutzer können unterwegs via Laptop schnell und bequem ins Internet gehen. Die Sicherheit dieser Funknetze ist jedoch häufig problematisch. „Wer ein öffentliches WLAN nutzt, sollte unbedingt Vorsorgemaßnahmen treffen – ansonsten können Unbefugte leicht auf den eigenen Rechner zugreifen oder versendete Daten auslesen“, so Silvia Besslich, Geschäftsführerin von AVG, einem der Global Player für Internet-Sicherheit mit über 110 Millionen Kunden.

Was würden Sie tun, wenn Sie Ihre WLAN-Verbindung öffnen und Ihnen fünf verfügbare drahtlose Netzwerke angezeigt werden? Woher wissen Sie, mit welchem Angebot Sie sicher surfen können? Die zunehmende Verbreitung von sofortigem, bequemen Verbindungsaufbau ruft Cyber-Kriminelle auf den Plan, die versuchen, sensible Daten und persönliche Informationen zu stehlen. Besslich meint: „Aktuelle Studien zeigen, dass die Bereitstellung kostenloser drahtloser öffentlicher Netze in Flughäfen, Hotels und Cafés ein zunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Daten, die über ein drahtloses Netzwerk übermittelt werden, sind anfälliger für die Manipulationen von Cyber-Kriminellen als jene, die über den klassischen kabelgebundenen Internetanschluss ausgetauscht werden. Das Einrichten öffentlicher Wi-Fi hotspots erhöht die Gefahr, dass sensible Daten wie Bank-Passwörter oder persönliche Informationen in falsche Hände gelangen. Die Anleitungen auf diversen Hacker-Websites zeigen, wie erschreckend einfach solche Verbrechen begangen werden können.“

Viele Benutzer wählen frei verfügbare WLAN-Netze. Im schlimmsten Fall wird man direkt mit dem Computer eines Hackers verbunden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Netzwerkname (SSID), der zur Beschreibung und Identifizierung eines drahtlosen Netzwerkes dient, auf dem System gespeichert wird. Ihr PC wird Sie automatisch mit jedem Netzwerk verbinden, das diesen gespeicherten Namen hat. So können sich Cyber-Kriminelle unbegrenzten Zugang zu Ihrem PC verschaffen.

AVG hat sechs Vorschläge, wie Sie sich schützen können, wenn Sie öffentliche Wi-Fi-Verbindungen auf Reisen nutzen möchten:
1. Netzwerkeinstellungen überprüfen
Vor der Nutzung des öffentlichen Internetzugangs sollten Surfer unbedingt die Netzwerkeinstellungen des eigenen Betriebssystems überprüfen. Die Funktion „Dateifreigabe“ ist zu deaktivieren. Dafür klickt man im Windows-Betriebssystem das Verzeichnis „C:Dokumente und EinstellungenEigene Dateien“ mit der rechten Maustaste an und wählt den Menüpunkt „Freigabe und Sicherheit“ aus. Andere Hotspot-Nutzer können ansonsten unter Umständen auf die gespeicherten Dateien des eigenen Rechners zugreifen.

2. Hotspot manuell auswählen
Die Anmelde- und Zugangsdaten des Hotspots müssen stimmen. Daher sollten Surfer den Hotspot grundsätzlich manuell auswählen. Eine automatische Verbindungsaufnahme durch das Betriebssystem ist nicht zu empfehlen.

3. Verbindungsdauer so kurz wie möglich halten
Aktivieren Sie keine WLAN-Verbindung, wenn Sie nicht planen, eine Website aufzurufen. Das wird Sie nicht nur vor Cybercrime schützen, sondern auch Ihre Batterie schonen.

4. Schließen Sie Ihre Shared folders
Wenn Sie unwissentlich eine Verbindung zu einem bösartigen Netzwerk aufbauen, könnte ein Hacker leicht schädliche Spyware über Ihr Laptop weiterverbreiten.

5. Vorsicht bei sensiblen Daten
Überlegen Sie gut, welche Informationen Sie an öffentlichen Orten zugänglich machen möchten. Selbst scheinbar harmlose Anmeldungen auf Web-E-Mail oder Social-Networking-Konten können Cyber-Kriminellen Zugriff auf Ihre Daten geben. Wer dennoch per Hotspot Geld überweisen muss, sollte auf die Verschlüsselung der Verbindung achten. In der Adressleiste des Browsers sollte dann „https://“ statt „http://“ vor der eigentlichen Adresse stehen. Zudem ist ein Schloss-Symbol erkennbar.

6. Aktivieren Sie automatische Updates
Stellen Sie sicher, dass Ihre Sicherheits-Software, Betriebssystem, Dienstprogramme und Anwendungen immer „up to date“ sind.

Doch nicht nur Reisen stellen eine große Gefahr dar. Viele nutzen Wi-Fi im Büro oder zu Hause. „Das home oder business-Wi-Fi zu schützen, ist nicht ganz so schwierig. Problematisch ist jedoch, dass immer noch viele Menschen für ihre Modems/Router mangelhafte oder überhaupt keine Passwörter benutzen. Möglicherweise wissen sie nicht, wie diese eingerichtet werden können oder sie denken, es werde sich schon niemand für ihr Netzwerk interessieren. Das Ergebnis ist das gleiche. Selbst ein Anfänger-Hacker kann ein ungeschütztes Wi-Fi-Netzwerk attackieren, private Informationen und sensible Daten stehlen oder die Verbindung für schädliche oder illegale Aktivitäten missbrauchen“, so Geschäftsführerin Besslich. Sie empfiehlt einige grundlegende Schritte, um das home bzw. business-Wi-Fi sicher zu machen.

1. Ändern Sie den Standard-Administrator-Benutzernamen und das Passwort für Modem/Router
Cyberkrimelle wissen sehr genau, welche Passwörter standardmäßig vergeben werden.

2. Ändern Sie den Netzwerknamen (SSID)
Die SSID wird an der Basisstation eingestellt. Um mehrere Basisstationen zu einem Netz zu verbinden, stellt man dieselbe SSID ein. Zum Beispiel ist die SSID für Linksys-Geräte in der Regel „linksys“. Dies ruft die Cyberkriminellen auf den Plan. Erstens, da es ihnen zeigt, dass Sie ein unzureichend geschütztes Netzwerk haben, zweitens, da sie wissen, welche Art von Gerät Sie haben. Sie sollten sich also einen neuen Namen ausdenken, und zwar einen, der es den Kriminellen schwer macht, Rückschlüsse auf Sie, Ihre Familie, Ihr Geschäft oder Ihren Wohnort zu ziehen. Extra-Tipp: Der Name, den Sie für die SSID geben, sollte nicht derselbe sein wie der Wi-Fi-Schlüssel (Passwort).

3. Bitte nicht das Passwort „123456“ verwenden…
Attacken von Cyberkriminellen beweisen immer wieder, dass viele Surfer einfachste Ratschläge nicht beherzigen. Der Sicherheitsexperte Bogdan Calin veröffentlichte in seinem Blog die Ergebnisse seiner Untersuchung der Passwörter rund 10 000 geknackter Microsoft-Postfächer. Laut Calin war das am häufigsten verwendete Passwort «123456», welches 64-mal verwendet wurde. Platz 2 belegte «123456789», das die virtuelle Tür zu 18 Accounts öffnete. Außerdem wurden in 42 Prozent der Fälle nur kleine Buchstaben verwendet, lediglich sechs Prozent der User kombinierten Buchstaben und Zahlen. Etwa 2000 der Passwörter waren mit sechs Zeichen zu kurz. Das längste hatte immerhin 30: «lafaroleratropezoooooooooooooo».

4. Aktivieren Sie die Firewall auf Ihrem Computer, Modem oder Router
Stellen Sie sicher, dass Ihre Router-Firewall eingeschaltet ist. Für zusätzlichen Schutz sollten Sie auf jedem PC, der mit dem Router verbunden ist, eine Firewall installieren, wie sie in der AVG Internet Security 2011 enthalten ist. www.avg-dach.de

5. Schalten Sie das WLAN-Netzwerk bei längerer Nichtbenutzung aus
Das erschwert Hackern den Zugriff. Die meisten Modem/Router haben heutzutage sehr benutzerfreundliche Setup-Dienstprogramme oder Web-Schnittstellen. Informationen gibt es in den umfangreichen Handbüchern und im Internet.

6. Vor Viren und Schadprogrammen schützen
Wie beim Surfen über ein Kabel gilt auch bei der drahtlosen Internetnutzung: Virenscanner, Firewalls und weitere Sicherheitsvorkehrungen müssen aktiviert und auf dem neuesten Stand sein.

Weitere Informationen
AVG
www.avg.com

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