Wissenslücken schließen

(djd). In einer aktuellen Studie der Universität Würzburg zum ADHS-Wissen von Lehrern beantwortete nur etwa die Hälfte der befragten Grund- und Hauptschullehrer Fragen zur Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) korrekt. 16,9 Prozent antworteten fehlerhaft und 28,8 Prozent mit „weiß nicht“. Die Untersuchung, die in der Zeitschrift „Psychologie in Erziehung und Unterricht“ (2/2013) erschien, zeigt, wie wichtig Fortbildung ist: Lehrer, die sich zu ADHS weitergebildet hatten, verfügten über ein besseres Wissen, auch wenn sie erst seit wenigen Jahren im Schuldienst waren.

Verbreitete Fehlannahmen

Neben nicht vorhandenem Wissen können auch Fehlannahmen über ADHS dazu führen, dass Lehrer und Eltern falsch reagieren. Besonders verbreitet waren bei den befragten Lehrern die Fehlannahmen, ADHS verschwinde während der Pubertät von selbst, und ein Verzicht auf Zucker und Nahrungsmittelzusätze könne die ADHS-Symptome abmildern. Zudem wurde die Zahl der betroffenen Kinder oft überschätzt.

Lehrer sind wichtige Unterstützung

Bei der Diagnose und der Unterstützung im Schulalltag spielen Lehrer eine wichtige Rolle. Sie sollten ihren Unterricht auf die Bedürfnisse des betroffenen Kindes einstellen und können den Eltern und dem behandelnden Arzt wichtige Informationen geben. Mit Hilfe bewährter Methoden können Lehrkräfte auf die typischen Wahrnehmungs- und Verhaltensprobleme von Kindern mit ADHS reagieren: Vor allem klare Regeln, verlässliche Strukturen und wiederkehrende Abläufe sind hilfreich. Bei stark ausgeprägter körperlicher Unruhe hilft Bewegung, etwa beim Tafelwischen oder Kreideholen. Ebenfalls wichtig sind direkte positive oder negative Reaktionen auf das Verhalten. Kleine Belohnungen können Kinder mit ADHS enorm motivieren. „Schule und Pubertät sind an sich schon schwierig. Mit ADHS sind sie eine echte Herausforderung. Kinder und Jugendliche mit ADHS brauchen noch mehr Hilfe und Verständnis“, so Bundesfamilienministerin a. D. Renate Schmidt, Schirmherrin der Informationskampagne „ADHS und Zukunftsträume“.

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