Wissenschaftspreis der Hector Stiftung an Professor Peter Hegemann

Bei der festlichen Preisverleihung im Hotel Europäischer Hof in Heidelberg würdigte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer vergangenen Freitag den Mut Hegemanns, der bei seinen Forschungen neue Wege beschritten und damit der Wissenschaft enorme Impulse gegeben habe. Im Namen der Landesregierung dankte die Ministerin den Stiftern Josephine und Dr. h.c. Hans-Werner Hector, die diese „großartige Auszeichnung für exzellente Wissenschaftler“ nunmehr zum achten Mal vergeben hat.

Hegemann gilt als einer der „Väter“ der Optogenetik. Der 60-Jährige beschäftigt sich bei seiner Grundlagenforschung mit lichtempfindlichen Proteien (Eiweißmolekülen). Dabei entdeckte er eine Art molekularen Lichtschalter (Kanal-Rhodopsin), mit dem man Zellen sehr präzise steuern kann. Dieses Werkzeug sorgte in der Wissenschaft für enormes Aufsehen. Denn es ermöglichte Hirnforschern, mit vergleichsweise einfachen Mitteln bestimmte Nervenzellen zu studieren und nach Therapieansätzen zu suchen. Hegemann gelang es beispielsweise, einzelne Nervenzellen mit zuvor unerreichter Präzision durch Licht anzuregen und damit gezielte Verhaltensänderungen bei Mäusen herbeizuführen. Wissenschaftler auf der ganzen Welt suchen nun nach Wegen, dieses Werkzeug eines Tages auch beim Menschen einsetzen zu können. Dabei steht die Behandlung von Parkinson und anderen Krankheiten im Fokus.

Hegemann wurde in den Kreis der „Hector Fellows“ aufgenommen, dem nunmehr 21 Wissenschaftler angehören. Auch wenn die Forschungsgebiete der Preisträger verschieden sind, so verbindet die „Fellows“ – neben der herausragenden Qualität ihrer Arbeiten – das hohe Engagement in der Lehre. Diese Kombination ist der Hector Stiftung besonders wichtig. Aus diesem Grund wurde 2014 auch die „Hector Fellows Academy“ aus der Taufe gehoben. Sie dient den Preisträgern als Forum und bietet zehn Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, eigene Projekte – unter der Betreuung eines „Hector Fellow“ – als Doktorand zu bearbeiten. Weiterhin werden vier Postdoktorandenstellen in Verbindung mit fachübergreifenden Projekten mehrerer Hector Fellows geschaffen.

Der Dank des Stifters Dr. h.c. Hans-Werner Hector galt abschließend der Jury, welche die Auswahl des Preisträgers getroffen hat.

Die Jury für den Hector Wissenschaftspreis
Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell, Prof. Dr. Dr. h.c. Otmar D. Wiestler (Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft), Prof. Dr. Klaus van Ackern (Alt-Dekan der medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg) und Dr. John Feldmann (ehemaliger Vorstand der Hertie-Stiftung).
Als Vertreter der Hector Fellows: Prof. Dr. Doris Wedlich
Der Vorstand der Hector Stiftung II: Josephine Hector und Dr. h.c. Hans-Werner Hector sowie Uwe Bleich und Horst-Bodo Schauer.

Alle 21 „Hector Fellows“ auf einen Blick

Preisverleihung 2009
Prof. Dr. Doris Wedlich, Prof. Dr. Peter Gumbsch und Prof. Dr. Martin Wegener (alle Karlsruher Institut für Technologie).

Preisverleihung 2010
Prof. Dr. Manfred Kappes (Karlsruher Institut für Technologie), Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Franz Nestmann (Karlsruher Institut für Technologie) und Prof. Dr. Thomas Elbert (Universität Konstanz).

Preisverleihung 2011
Prof. Dr. Stephen Hashmi (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg), Prof. Dr. Jürg Leuthold (Karlsruher Institut für Technologie) und Prof. Dr. Jens Timmer (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg).

Preisverleihung 2012
Prof. Dr. Hilbert von Löhneysen (Karlsruher Institut für Technologie), Prof. Dr. Axel Meyer (Universität Konstanz) und Prof. Dr. Nikolaus Pfanner (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg).

Preisverleihung 2013
Prof. Dr. Immanuel Bloch (Ludwig-Maximilian-Universität München), Prof. Dr. Günter M. Ziegler (Freie Universität Berlin) und Prof. Dr. Eberhart Zrenner (Eberhard-Karls-Universität Tübingen).

Preisverleihung 2014
Prof. Dr. Antje Boetius (Universität Bremen), Prof. Dr. Christoph Klein (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Prof. Dr. Karl Leo (Technische Universität Dresden).

Preisverleihung 2015
Prof. Dr. Eva Grebel (Universität Heidelberg) und Prof. Dr. Dr. Thomas Lengauer (Max Planck Institut für Informatik, Saarbrücken).

Preisverleihung 2016
Prof. Dr. Peter Hegemann (Humboldt-Universität Berlin)

Über die Stiftungen
Die H. W. & J. Hector Stiftung wurde 1995 von dem Ehepaar Josephine und Dr. h. c. Hans-Werner Hector in Weinheim an der Bergstraße gegründet. 2008 wurde als Ergänzung die „Hector Stiftung II“ ins Leben gerufen.

Folgende Kernbereiche werden von den Stiftungen gefördert:

• Medizinische Forschung: Ausschreibung von Forschungsprojekten speziell im Bereich Krebs- und Aids-Forschung.
• Soziale Projekte: Im Vordergrund steht hier die Unterstützung von behinderten Menschen.
• Kunst und Kultur: „Hector Preis der Kunsthalle Mannheim für dreidimensionale Kunst“; maßgebliche Förderung des Neubaus der Mannheimer Kunsthalle, Unterstützung für die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar.
• Wissenschaft und Bildung: Förderung von talentierten und hochbegabten jungen Menschen, insbesondere im naturwissenschaftlichen Bereich („Hector Kinderakademie“ und „Hector Seminar“); Förderung herausragender Wissenschaftler mit dem Hector Wissenschaftspreis („Hector Fellows“ und „Hector Fellow Academy“) und Ausstattung von Personalfonds für Elite-Universitäten.

In Würdigung ihrer Verdienste erhielten Josephine und Dr. h. c. Hans-Werner Hector 2003 das Bundesverdienstkreuz; im selben Jahr verlieh die Universität Karlsruhe Hans-Werner Hector die Ehrendoktorwürde. Seit Dezember 2011 sind sie Ehrenbürger von Weinheim. 2014 erhielt das Ehepaar den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg.

Pressekontakt der Hector Stiftung II: Uwe Bleich, Vorstand der Hector Stiftung II, Bismarckstraße 3, 69469 Weinheim Telefon: + 49 (0) 6201 8454781, E-Mail: u.bleich@hector-stiftung.com

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