Wissenschaftliche Anreizsysteme und Infrastrukturen für die medizinische Forschung?

Langfristig tragfähige Infrastrukturen aufzubauen und zu betreiben, wird immer entscheidender für die medizinische Forschung und die Weiterentwicklung einer wissensbasierten Patientenversorgung. Beim TMF-Jahreskongress 2013 wird Prof. Dr. Margit Osterloh (Universitäten Zürich und Warwick) kritisch hinterfragen, ob die aktuellen Anreizsysteme der Wissenschaft, die Erfolg vor allem an Publikationen in Fachzeitschriften mit hohem Impact-Faktor oder eingeworbenen Drittmitteln messen, damit vereinbar sind, dass der Aufbau und Betrieb solcher Infrastrukturen aufwändig und als wissenschaftliche Aufgabe von großer Bedeutung ist. Die TMF veranstaltet ihren Jahreskongress in diesem Jahr mit Unterstützung des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) und des Deutschen Krebsforschungszentrums als lokalen Partnern. Der Kongress findet am 13. und 14. März 2013 im Kommunikationszentrum des DKFZ statt.

Die zunehmende Vernetzung von Forschergruppen über Disziplinen und Standorte hinweg, die immer größeren Datenmengen, die in der biomedizinischen Forschung anfallen, und nicht zuletzt das Zusammenrücken von Versorgung und Forschung innerhalb der Kliniken bringt infrastrukturelle Fragen immer mehr in den Vordergrund. Die Anforderungen an Forschungseinrichtungen wie an öffentliche Förderer werden in Universitätskliniken ebenso diskutiert wie beispielsweise im Wissenschaftsrat, der 2011 und 2012 hierzu Empfehlungen veröffentlicht hat. Vier Keynotes (13.03.2013, 10.15-11.45 Uhr) nehmen die Fragen aus verschiedenen Perspektiven in den Blick – auch über die medizinische Forschung hinaus:

– Prof. Dr. Guido Adler (Universitätsklinikum Heidelberg): Bedeutung innerklinischer, integrierter Infrastrukturen für Versorgung und Forschung aus Sicht eines Klinikumsvorstands
– Prof. Dr. Antje Boetius (Wissenschaftsrat): Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft – eine öffentliche Aufgabe
– Prof. Dr. Gert G. Wagner (RatSWD): Anforderungen an die Forschungsinfrastruktur in den Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften
– Prof. Dr. Dr. h.c. Margit Osterloh (Universität Zürich / University of Warwick): Wissenschaftliche Anreizsysteme und die Erfordernisse nachhaltiger Forschungsinfrastrukturen

Nachfolgend (13.03.2013, 12.15-13.15 Uhr) illustrieren drei Beispiele, was mit dem sperrigen Begriff „Infrastrukturen“ gemeint sein kann und welche konkreten Fragen sich bei der Entwicklung und Implementierung solcher Strukturen stellen:

– Clinical Communication Platform des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung
– IBM Watson: Eine Technologie für evidenzbasierte Antworten in der medizinischen Versorgung
– Genomics and Proteomics Facilities und German Mouseclinic – Beispiele zentraler Plattformen der vernetzten medizinischen Genomforschung

Weitere Themen des Kongresses: Biobanken | Klinische Studien | Science 2.0 | IT-Infrastrukturen | Dual use-Problematik in der Vogelgrippe-Forschung

Kongressinfo:
– Termin: Mittwoch 13. und Donnerstag 14. März 2013
– Ort: Deutsches Krebsforschungszentrum, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg
– Teilnahme: Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung möglichst bis 8. März 2013
– Programm und Anmeldung unter:
– Akkreditierung für Journalisten: per E-Mail an presse@tmf-ev.de

Ansprechpartner für die Medien:
Antje Schütt, Tel.: 030–22 00 24 731 | ab 11.03.2013 mobil: 0173 61 41 663
Beate Achilles, Tel.: 030–22 00 24 732
E-Mail: presse@tmf-ev.de

Programmkomitee des TMF-Jahreskongresses 2013:
– Dr. Silke Argo (NGFN/DKFZ)
– Prof. Dr. Björn Bergh (Universitätsklinikum Heidelberg)
– Dr. Steffen Luntz (KKS Heidelberg)
– Prof. Dr. Marcella Rietschel (ZI Mannheim)
– Prof. Dr. Peter Schirmacher (Universitätsklinikum Heidelberg)
– Sebastian C. Semler (TMF)

Lokale Partner:
Nationales Genomforschungsnetz (NGFN),
Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (DKFZ),

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