Wissenschaftlerin von Saar-Uni und HIPS erhält Nachwuchspreis der DPhG

Windbergs forscht und lehrt derzeit als Habilitandin und Vertretungsprofessorin für das Fach Biopharmazie und pharmazeutische Technologie an der Universität des Saarlandes. Darüber hinaus forscht sie am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), einer Außenstelle des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI).

Die gezielte Behandlung chronischer und infizierter Wunden wirft sowohl in der Grundlagenforschung als auch bei der Patientenversorgung viele offene Fragen auf. Geeignete Therapieformen fehlen insbesondere bei Infektionen, bei denen Arzneistoffe innerhalb einer bestimmten Zeit in ausreichender Konzentration in die Haut gelangen müssen. In ihren Forschungsarbeiten an der Saar-Uni und am HIPS nimmt Maike Windbergs zurzeit die Transportvorgänge näher unter die Lupe, über die pharmazeutische Wirkstoffe in die Haut aufgenommen und weitergeleitet werden. Neue Erkenntnisse hierzu sind die Grundlage für die Entwicklung neuer Therapiesysteme, um eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und klinischen Patientenstudien zu schlagen.

Um Aufnahme- und Transportvorgänge in der Haut nachzuweisen, müssen derzeit kleine Proben von menschlicher Haut entnommen und nach der Applikation von Arzneistoffen aufwendig analysiert werden. Damit dies zukünftig nicht mehr notwendig ist, arbeitet Maike Windbergs an der Etablierung einer neuen Technik: Mithilfe der konfokalen Raman-Mikroskopie macht ein Laserstrahl die molekularen Abläufe in der Haut kontaktlos und in dreidimensionaler Auflösung sichtbar.

Auch bei der Behandlung setzt die Saarbrücker Wissenschaftlerin auf ein innovatives Verfahren. Sie testet neuartige flexible Vliese, die mit Arzneistoffen „beladen“ und auf die Wunde aufgebracht werden. Dort können sie so lange wie nötig bleiben, ohne dass ein Verbandswechsel erforderlich ist. Das Besondere: Die Wundvliese bestehen aus einem Geflecht hauchdünner Polymerfasern (mit Durchmessern im Nano- bis Mikrometerbereich), die sich mithilfe des technologischen Verfahrens des Elektrospinnens herstellen lassen. Dass die Vliese hautverträglich sind, konnte die Nachwuchsforscherin in Interaktionsstudien mit menschlichen Zellen bereits nachweisen. Darüber hinaus konnte sie zeigen, dass sich selbst komplexe Arzneistoffe wie Proteine in solche Vliese stabil einlagern und kontrolliert freisetzen lassen. Denn über die Art des Polymers und seiner Herstellung lässt sich ganz gezielt steuern, wie die Freisetzung des Wirkstoffs genau verlaufen soll.

Während ihrer Promotion an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf war Maike Windbergs eine von 40 weltweit ausgewählten Stipendiatinnen und Stipendiaten des Marie Curie Early Stage Training Networks „GALENOS-EuroPhD in Advanced Drug Delivery“. In dieser Zeit forschte sie an den Universitäten in Helsinki, Finnland und im niederländischen Twente. Während ihres Postdoc-Aufenthaltes an der Harvard University in den USA untersuchte sie mikrofluidische Lab-on-a-chip-Technologien auf ihr Potenzial zur Herstellung und analytischen Untersuchung von neuen Drug Delivery Systemen.

Ziel ihrer Forschungsprojekte in Saarbrücken ist es, neue valide Erkenntnisse über die Aufnahme- und Transportvorgänge von Wirkstoffen in der menschlichen Haut zu gewinnen und darauf aufbauend innovative Therapiesysteme mit neuen Wirkstoffen für die effektive Behandlung von infizierten Hautwunden zu entwickeln. Maike Windbergs wurde bereits mit mehreren Wissenschaftspreisen ausgezeichnet; darüber hinaus kann sie viele hochrangige wissenschaftliche Publikationen nachweisen.

Mit dem Preis für Nachwuchswissenschaftler fördert die Horst-Böhme-Stiftung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft e.V. (DPhG) hervorragende Nachwuchswissenschaftler, die die Hochschullaufbahn einschlagen möchten. Der Preis wurde am 26. September 2014 im Rahmen der DPhG-Jahrestagung in Frankfurt am Main vergeben.
m.windbergs@mx.uni-saarland.de

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681 302-4582) richten.

Scroll to Top