„Wissenschaft ist cooler als Radio“ –

Am heutigen Girls‘ Day öffneten die Max-Planck-Institute in Martinsried ihre Pforten für 17 Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren. Sie hatten die Möglichkeit, die Arbeit von gleich zwei Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft kennen zu lernen. Am MPI für Biochemie dreht sich alles um Proteine. Die Mädchen erkannten, dass diese lebenswichtig sind, denn ohne sie wären die komplexen Prozesse in der Zelle, die unser Leben erst ermöglichen, undenkbar. Außerdem können Produktionsfehler in den Proteinen zu schweren Krankheiten führen. Am MPI für Neurobiologie erfuhren die Mädchen mehr über Gehirn und Nervensystem: Was passiert im Gehirn, wenn es lernt oder vergisst? Wie verarbeitet das Gehirn einer Fliege optische Informationen? Was sind die Grundlagen der Zellkommunikation im Nervensystem? Und was passiert, wenn das Immunsystem das Nervensystem angreift?

Nach einem kurzen Überblick über die Institute konnten die Teilnehmerinnen im Praktikumslabor Forschung hautnah erleben und sich an der DNA-Isolation aus einem Apfel versuchen. Währenddessen erfuhren die Mädchen von zwei angehenden Biologielaboranten alles Wissenswerte rund um diesen Ausbildungsberuf und den Laboralltag. Beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine ließen die Schülerinnen das bisher Erlebte Revue passieren und zogen ein erstes Fazit: "Der Vormittag war schön und die Arbeit im Labor hat sehr viel Spaß gemacht", waren sich alle einig. Die 15-jährige Johanna, die schon zum zweiten Mal am Girls‘ Day teilgenommen hat und im vergangenen Jahr die Abläufe bei einem Radiosender näher kennen lernen durfte, findet: "Wissenschaft ist cooler als Radio!"

Am Nachmittag hatten die Mädchen Gelegenheit neben dem bereits kennengelernten Beruf der Biologielaborantin auch in andere Ausbildungsberufe der Institute hineinzuschnuppern. So stellten sie fest, dass sich an den Martinsrieder MPIs zwar alles um Wissenschaft und Forschung dreht, es in Verwaltung und Service aber auch interessante Arbeitsbereiche gibt. So konnten sie im Rechenzentrum einen Computer zerlegen und wieder zusammenbauen oder sich von einer Mediengestalterin Tricks und Kniffe beim Machen und anschließenden Bearbeiten von Fotos zeigen lassen. In der Elektronikwerkstatt wurden die Teilnehmerinnen in die Kunst des Lötens eingewiesen und in der Lehrwerkstatt erfuhren sie alles über die Arbeit als Feinwerkmechanikerin. Die Mitarbeiter in diesen Servicegruppen tragen einen wichtigen Teil zum Gelingen der Forschung bei, denn sie unterstützen die Wissenschaftler in ihrem Labor und Büroalltag. Zudem gewannen die Mädchen weitere Einblicke in die Welt der Forschung: Im EM-Histo Labor des MPI für Neurobiologie konnten sie sich als Laborantinnen versuchen und hauchdünne Gewebeschnitte selbst herstellen, anfärben und anschließend unter dem Mikroskop anschauen; in der Forschungsabteilung Zelluläre Biochemie des MPI für Biochemie wurden sie von einer Wissenschaftlerin in die Geheimnisse und Mechanismen der Proteinfaltung eingeweiht und konnten diese an einem Proteinkristall und einer 3DProteinstruktur näher betrachten.

Nach einem spannenden und abwechslungsreichen Tag in verschiedenen Abteilungen und Laboren der Max-Planck-Institute Martinsried ist für ein paar der Mädchen schon jetzt klar: "Wir wollen später einmal in der Wissenschaft arbeiten." Ein Mädchen hat sogar schon konkrete Pläne: "Ich will Biochemie studieren und später in der Forschung arbeiten, wer weiß, vielleicht sogar am MPI für Biochemie." Auch die Betreuer zogen ein positives Fazit: "Die Mädchen waren sehr interessiert und haben viele Fragen gestellt. Wir konnten einen guten Überblick über die verschiedenen Tätigkeitsbereiche an den Instituten geben."

Anja Konschak
Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Biochemie
Am Klopferspitz 18
82152 Martinsried
Tel. ++49/89-8578-2824
E-mail: konschak@biochem.mpg.de
www.biochem.mpg.de

Dr. Stefanie Merker
Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Neurobiologie
Am Klopferspitz 18
82152 Martinsried
Tel. ++49/89-8578-3514
E-mail: merker@neuro.mpg.de
www.neuro.mpg.de
(idw, 04/2010)

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