Wird Krankenhausseelsorge überflüssig durch Spiritual care?

Die Kernfragen adressierte in seiner Einführung Prof. Hermann Schoenauer, früherer Rektor der Diakonie Neuendettelsau: Sind beide Zugänge zum Patienten einander mehr Partner oder Konkurrenten? Sollen konfessionelle Seelsorger eine religionsübergreifende Begleitung anbieten? Damit wurden am Podium herausgefordert: Annekathrin Preidel, Präsidentin der Landessynode Bayern der EKD, der Gießener Psychologe und Empiriker Prof. Wolfgang George, Karoline Labitzke, Beauftragte für Seelsorge in der Palliativarbeit der Evangelischen Landeskirche, die Einrichtungsleiterin Friederike Leuthe aus Erlangen und der Palliativmediziner Roland Hanke. Moderiert von Elmar Nass, dem Leiter des Ethikinstituts an der Wilhelm Löhe Hochschule, bezogen die Experten streitbare Positionen, die damit eine lebendige Diskussion herausforderten. Das konfessionelle Profil in einem Spiritual-Care-Team oder die besonderen Kompetenzen kirchlicher Seelsorge wurden grundsätzlich hinterfragt. Im Blick auf die praktische Begleitung Sterbender wurde die rituelle Kompetenz und die Befähigung zum Umgang mit den wesentlichen Warum-Fragen am Lebensende herausgestellt. Und auch notwendige wie provozierende Rationierungsfragen blieben nicht aus. Denn eine (umfassende wie nicht kirchliche) spirituelle Ausbildung des Pflegepersonals kostet Zeit und Geld, ebenso die kirchliche Seelsorge. Ein Konsens zu den Herausforderungen war am Ende nicht zu erwarten gewesen. Dafür wurden neue Fragen angestoßen. Einig war man sich in der besonderen Bedeutung ausdrücklich kirchlicher Seelsorge. Die Fragen ihrer praktischen Zukunftsfähigkeit angesichts der neuen Herausforderungen wurden an dem Abend deutlich geschärft. Zum ersten Nachdenken darüber trug der Rahmen mit mal ruhigen, mal schwungvollen christlichen Lieder von Helen Jordan bei.

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