„Wir verbreiten deutsche Bierkultur in Indien“

Das junge Startup St. ERHARD GmbH in Bamberg besuchten gestern gemeinsam der deutsche Botschafter in Indien, SE Michael Steiner, mit dem Vorstand der Deutsch-Indischen Handelskammer und einer großen Delegation hochrangiger Firmenchefs von Unternehmen wie BASF, Bayer und Bosch. Ziel war es, sich ein Bild von der wirtschaftlichen Lage und dem Gründergeist in Deutschland zu machen. Das vor zwei Jahren von Christian Klemenz (26), Master-Absolvent der HHL Leipzig Graduate School of Management, gegründete Unternehmen hat sich als erste deutsche Biermarke zur Aufgabe gemacht, deutsches Bier in Indien zu vermarkten.

Mit deutschem St. ERHARD-Bier auf den Wachstumsmarkt Indien

Unternehmensgründer Christian Klemenz referierte zu Beginn über die Unterschiede zwischen dem deutschen und indischen Biermarkt. Während in Deutschland jährlich pro Kopf mit rund 100 Litern fast fünfzigmal so viel Bier getrunken wird wie in Indien, stagniert der Bierkonsum in Deutschland, wohingegen er in Indien zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. Aus diesem Grund versucht St. ERHARD, sich in diesem aufstrebenden Wachstumsmarkt als Flaggschiffmarke für deutsches Bier zu etablieren.

Nach der theoretischen Einführung in den Räumlichkeiten des Startups wurde die Braustätte des St. ERHARD-Bieres besichtigt. Braumeister Georg Rittmayer führte die interessierte Gruppe nicht nur durch die Anlage, sondern veranschaulichte den Bierneulingen auch den Brauprozess. Am Ende durften sich die Teilnehmer ein frisches St. ERHARD-Bier direkt vom Lagertank zapfen. „Ich bin seit langer Zeit Vegetarier und trinke eigentlich auch keinen Alkohol. Bei der Brauereiführung bin ich heute jedoch schwach geworden – mein erstes Bier seit mehr als sieben Jahren – und es hat richtig gut geschmeckt!“, gestand der deutsche Botschafter in Indien, S.E. Michael Steiner. Auch Gastgeber Christian Klemenz zog ein äußerst positives Fazit des Besuches: “Es ist sehr schön zu sehen, dass wir nicht nur die in Indien lebenden Deutschen mit unserem St. ERHARD Bier erfreuen, sondern auch deutsche Bierkultur in Indien verbreiten.” Von der Brauerei ging es für die Delegation dann auch direkt in den Flieger nach Berlin, wo für den heutigen Tag ein Treffen mit der Bundeskanzlerin terminiert ist.

Erfolgsgeschichte des Bier-Startups St. ERHARD

Bei einem Auslandssemester in Indien zum Ende seines HHL-Studiums im Jahr 2010 fiel dem gebürtigen Bayern Christian Klemenz auf, dass deutsches Bier in Indien sehr wohl bekannt und geschätzt ist, es aber im Markt fast nicht verfügbar war. Zusammen mit einem indischen Kommilitonen wollte es der Bierliebhaber genauer wissen. Von Zuhause per Luftpost zugeschickte Bierproben wurden unter den indischen Mitstudenten blind verkostet. Das Resultat war überwältigend. Der deutsche Gerstensaft stieß auf Anhieb auf Begeisterung.
Zurück in Deutschland holte Klemenz noch seinen HHL-Kommilitonen Thies Dibbern (28) und seinen ehemaligen Arbeitskollegen Vincent Osterloh (26) mit an Bord. Im Juni 2011 gründeten sie die St. ERHARD GmbH mit Sitz im bayerischen Bamberg, der Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt. In Kooperation mit einem der zahlreichen Bierhersteller in Oberfranken wurde die neue Premium-Biermarke St. ERHARD entwickelt. Das malzaromatische Kellerbier wird nun seit Mitte 2012 in Indien vertrieben und hat sich dort in kürzester Zeit einen Namen gemacht.

Leidenschaft, Vison und Hartnäckigkeit entscheidend für die Unternehmensgründung

Zu dem Erfolgsrezept als Gründer sagt Christian Klemenz: „Um die Herausforderung einer Unternehmensgründung zu bestehen, sind für mich drei Dinge entscheidend: Leidenschaft für das Produkt, eine sinnstiftende Vision sowie unerschütterliche Hartnäckigkeit.“
Auf die Gründerausbildung an der HHL bezogen sagt der Master-Absolvent der HHL Leipzig Graduate School of Management: „Meine Entscheidung für die HHL fiel bereits wegen des Entrepreneurship-Schwerpunkts. Mehr noch als die bloßen Inhalte ist es die unternehmerische Kultur, die die Hochschule durchweht und die sie zu einem erfolgreichen Inkubator für Startups macht. Für unser jetziges Geschäft war zudem konkret das Verständnis von Marken, das mir durch Prof. Kirchgeorg vermittelt wurde, von entscheidender Bedeutung.“

Weitere Informationen:
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Über die Gründerschmiede HHL Leipzig Graduate School of Management

Mit über 130 Gründungen, die in den letzten 15 Jahren von HHL-Absolventen ausgegangen sind, hat sich Deutschlands erste Adresse für den Management-Nachwuchs auch zu einem sehr erfolgreichen Inkubator für Unternehmensgründungen entwickelt. Prominente Beispiele sind neben Gollmann Kommissioniersysteme auch die Gewinner des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb SunCoal Industries oder auch die Leipziger Unternehmen Spreadshirt und billigflieger.de. Durch das unternehmerische Engagement der Gründer konnten bereits mehr als 2.500 Jobs geschaffen werden, über 1.100 davon allein in der Region Leipzig. Die HHL wurde im vergangenen Jahr in der zweiten Runde des Wettbewerbs „EXIST-Gründungskultur – Die Gründerhochschule“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unter die 20 besten Gründerhochschulen Deutschlands gewählt. Nach 2011 kam die Gründerausbildung der HHL auch 2012 innerhalb des „Master in Management“-Rankings der Financial Times weltweit auf Platz 1.

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