„Wir suchen keine Fachidioten, sondern authentische Persönlichkeiten“

Medizin zählt zu den sensibelsten Studiengängen, die es gibt. Immerhin geht es in der täglichen Berufspraxis um das gesundheitliche Wohl von Menschen. „Deshalb hängt die Messlatte für einen Studienplatz bei uns auch sehr hoch“, sagt der Studiendekan der Universitätsmedizin Rostock, Professor Thomas Mittlmeier. Für die 214 begehrten Plätze im bevorstehenden Wintersemester 2012/13 hatten etwa 1.000 junge Leute Rostock als erste Ortspräferenz angegeben. Sie kommen sowohl aus Mecklenburg-Vorpommern, aber auch aus allen anderen Bundesländern, Skandinavien, Österreich und Griechenland. „Für die Bewerber aus den EU-Ländern gelten die gleichen Spielregeln wie für Deutsche“, stellt Prof. Mittlmeier klar.

Wer einen Studienplatz hat, zieht durch. Die Abbrecherquote bei Medizinstudierenden liegt in der Universitätsmedizin Rostock bei lediglich zwei bis drei Prozent. 20 Prozent der Bewerber kommen über die Abiturbestnote ins Studium. Diese liegt bei 1,1! „Das ist naturwissenschaftlich dominiert. Deshalb werden entsprechende Talente mit exzellenten Leistungen in Biologie, Chemie, Physik, Mathematik aber auch in Deutsch und Englisch durch eine Wichtung dieser Noten auf dem Abiturzeugnis bevorzugt“, sagt Prof. Mittlmeier. Die Auswahl machen er und seine Professoren-Kollegen sich nicht leicht. „Wir suchen keine Fachidioten, sondern authentische Persönlichkeiten“, argumentiert der Studiendekan. Bei einem Abiturdurchschnitt von 1,9 ist bei Medizin das Ende der Fahnenstange erreicht. Wer in diesem Limit liegt, muss sich einem halbstündigen Auswahlgespräch mit zwei Professoren stellen. Am Ende zählt das mit 49 Prozent, mit 51 Prozent fällt die gewichtete Abiturnote in die Waagschale für die Entscheidung.

Weil das vorklinische Studium der Humanmedizin sehr theorielastig ist, legt Prof. Mittlmeier in der dann folgenden klinischen Ausbildung großen Wert auf die praktischen Fähigkeiten. „Die Standards müssen sitzen“, erwartet der Chirurg.

Ingmar Rinas, der sein Studium im Frühjahr 2013 abschließen wird, zählt zu den besten Medizinstudenten in Rostock. „Die Atmosphäre ist familiär, der persönliche Kontakt zu Professoren und Ärzten sehr gut“, schätzt der junge Mann, der einen Abiturdurchschnitt von 1,1 aufweisen konnte und aktiv beim HC Empor Handball spielte. „Wir konnten in der Praxis ein Verständnis für die Arbeitsabläufe und den Druck im Klinik-Alltag entwickeln“, fühlt sich Ingmar Rinas gut auf die Praxis vorbereitet. Dazu gehört auch, dass Studierende beispielsweise am Patientensimulator Igor und an über 40 weiteren computergesteuerten Simulatoren während des Studiums für den Umgang mit Patienten fit gemacht werden. Die Studierenden trainieren auf diese Weise, in Notfallsituationen schnell die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

„Wer in Rostock Medizin studiert hat, steht überall seinen Arzt“, weiß Prof. Mittlmeier aus zahlreichen Gesprächen mit Berufskollegen aus anderen Häusern. Ihm liegt daran, „nicht nur Hausärzte oder Forscher auszubilden, sondern Arzt-Persönlichkeiten, die eine solide Grundausbildung am Patienten mitbringen.

Ingmar Rinas hat währen des Studiums weit über den Tellerrand hinausgeblickt. Auf internationaler Ebene arbeitet er im Vorstand der Europäischen Vereinigung der Medizinstudierenden mit Sitz in Brüssel. „Es geht darum, dass Medizinstudierende in Europa eine Stimme bekommen, die dann vor dem Komitee der Europäischen Ärztevertretung gehört wird“, sagt er. Für Prof. Mittlmeier ist der junge Mann ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie man sich im Sinne eines gemeinsamen Wirkens für den Arztberuf engagieren kann.

Kontakt:
Universitätsmedizin Rostock
Studiendekanat
Professor Thomas Mittlmeier
Fon: +49 (0)381 494 5020
Mail: thomas.mittlmeier@med.@uni-rostock.de

Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
Mail: ulrich.vetter@uni-rostock.de

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