„Wir können dies alles sehr gut nutzen“

Räumliche Nähe ist wichtig, aber nicht ausreichend, wenn Translation und Kooperation in der medizinischen Forschung gelingen sollen. So sind auch Regeln für eine strukturierte Zusammenarbeit sowie Mediatoren für die Kommunikation zwischen den Disziplinen erforderlich, um kooperative Forschung zu befördern. „Der Großraum Hannover ist mit zahlreichen Institutionen, die ihre jeweils eigene Ausrichtung haben, ein starkes Zentrum der infektionsmedizinischen Forschung in Deutschland. Die tiermedizinische Forschung leistet für die Infektionsmedizin im Sinne des One-Health-Gedankens einen unverzichtbaren Beitrag. Zunehmend sind wir heute gefordert miteinander zu kooperieren und unsere Forschung enger zu verzahnen. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir in diesem Jahr den Jahreskongress der TMF an unserem Standort zu Gast haben. Die TMF bietet genau solche Unterstützung: Sie hilft Brücken für die Kommunikation zwischen den Disziplinen zu bauen und stellt Erfahrungen und Lösungen bereit, auf denen wir unsere Zusammenarbeit aufbauen können.“ Mit diesen Worten eröffnete TiHo-Präsident Dr. Dr. h. c. mult. Gerhard Greif den 7. TMF-Jahreskongress in Hannover, an dem heute und morgen etwa 200 Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen teilnehmen.

Die Anforderungen an Standards und Regeln für kooperative Forschung wie auch mögliche Hürden in der Kommunikation zwischen den Disziplinen und Standorten sind über die verschiedenen wissenschaftlichen Bereiche hinweg sehr ähnlich. „Gerade in der Veterinärmedizin können wir die Konzepte und Lösungen, die in der Humanmedizin in den letzten 15 Jahren bereits erarbeitet worden sind, sehr gut verwenden“, betonte Prof. Dr. Lothar Kreienbrock als lokaler Veranstaltungsleiter. „Ich bin begeistert, dass so viele Kolleginnen und Kollegen hier aus Hannover heute die Chance nutzen, einen Einblick in die Themen und Angebote der TMF zu gewinnen!“
Der erste Tag des Kongresses stellt die Herausforderungen bei medizinischer Verbundforschung im föderalen System in Deutschland in den Mittelpunkt. Schwerpunkte sind die regulatorischen Anforderungen an multizentrische klinische Studien, Erfahrungen aus der Abstimmung zwischen Forschungsvorhaben und Ethikkommissionen sowie Fragen der Zertifizierung und Akkreditierung von Biobanken.

In seiner Evening-Lecture wird Prof. Dr. Gerd Antes (Deutsches Cochrane Zentrum Freiburg) zeigen, dass erfolgreiche Forschung ohne Vernetzung, Transparenz und methodische Qualität heute nicht mehr möglich ist. Insbesondere muss das Versprechen der translationalen Medizin mit Leben gefüllt werden, den Transfer von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in die medizinische Praxis zu befördern. Auch hier ist es notwendig, dass man sich um die Kommunikation zwischen den Disziplinen bemüht und die Prozesse der Zusammenarbeit aktiv gestaltet.

Den zweiten Kongresstag wird Prof. Dr. Lothar Wieler eröffnen, der seit dem 1. März 2015 Präsident des Robert Koch-Instituts ist. Schon die Besetzung dieses Amtes mit einem Tiermediziner zeigt deutlich, welche Bedeutung dem Zusammenspiel von Human- und Veterinärmedizin in der heutigen Welt zukommt. Der Kongress endet mit einem Schwerpunkt zum Thema Herausforderungen und Lösungsansätze für den Datenaustausch zwischen Forschungseinrichtungen – ein Problem, das die Human- wie die Veterinärmedizin, die Grundlagen- wie die patientenorientierte Forschung gleichermaßen betrifft.

Pressekontakt:
Antje Schütt
Kommunikation & Mitgliederbetreuung
Tel.: 030 – 2200 247-31 bzw. 24.-26.03. mobil unter 0173 6141663
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