Winzige Schirmventile verbessern Atmung bei Patienten mit überblähter Lunge

Sie ist damit eines der ersten Zentren für diese Therapie in Süddeutschland.

Betroffen vom Lungenemphysem sind starke Raucher, aber auch Menschen mit einem bestimmten genetisch bedingten Enzymmangel. Das Lungenemphysem ist eine Folgeerkrankung der chronisch-obstruktiven Bronchitis, die die dritthäufigste Todesursache weltweit ist. Die Lungenfunktion ist gestört, so dass sich in den Lungenbläschen bestimmter Lungenareale zu viel Luft sammelt, die nicht mehr ausgeatmet werden kann.
„Wir setzen in einige der oberen Bronchien, die die Lunge durch die Luftröhre über ein verästeltes System mit Luft versorgen, ein Ventil ein, das aussieht wie ein winziger Regenschirm“, erläutert Dr. Christian Schumann. „Dabei wählen wir die Bronchien aus, die besonders geschädigte Bereiche der Lunge versorgen. Das Ventil ermöglicht, dass keine zusätzliche Luft in die überblähten Lungenanteile kommt und gleichzeitig die dort gefesselte Luft entweichen kann. Über die Zeit gelingt es so, die in den geschädigten Lungenbereichen zuviel eingelagerte Luft aus der Lunge zu bringen. Die gesunden Lungenbereiche haben mehr Platz und können wieder besser arbeiten“, so Oberarzt Schumann.

Die Atmung kann so erleichtert werden, die Belastbarkeit und damit die Lebensqualität der Patienten steigen. Eine kürzlich im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie belegt die möglichen positiven Effekte (N Engl. J Med 2010; 363:1233-44). „In Frage kommt die Therapie für Patienten, die ein schweres Lungenemphysem haben, das in der Lunge ungleichmäßig ausgeprägt ist, denn nur dann ist es möglich, durch die Ventile geschädigte Bereiche einzudämmen“, erläutert Lungenexperte Schumann. Die Ventile, in der Regel sind drei bis fünf ausreichend, werden mithilfe einer flexiblen Videosonde, dem Bronchoskop, bei örtlicher Betäubung über die Luftröhre eingesetzt.

„Wir freuen uns, dass wir unseren Patienten dieses hochinnovative minimal invasive Verfahren anbieten können“, betonen Dr. Schumann und Professor Rottbauer.

Mit freundlichen Grüßen,
Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
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