Wiesn-Bilanz 2012 der Notaufnahme am Klinikum der LMU München

Die Zahl der Patienten, die während der Oktoberfestzeit mit der Hauptdiagnose „Alkoholintoxikation“ (Alkoholvergiftung) in der Notaufnahme behandelt wurden:

Jahr Patienten Kumulative Verweildauer
2011 85 290 Stunden
2012 95 275 Stunden

(kumulative Verweildauer: Gesamtsumme der Aufenthaltszeit aller in der Tabelle genannten Patienten nach Aufnahme in die Klinik)

Die kumulative Verweildauer lag in 2012 vermutlich auch deshalb niedriger, weil der Grad der Alkoholintoxikation im Durchschnitt etwas geringer war und sich die Erholungsphase bei den Betroffenen dadurch verkürzte. Eine exakte klinische Vergleichbarkeit der Patienten liegt jedoch nicht vor.

Die Verteilung dieser Patienten mit Alkoholintoxikation auf die einzelnen Tage der Wiesn im Vergleich von 2011 und 2012 ist in der nachfolgenden Abbildung dargestellt. Dabei zeigt sich, dass ein erhöhtes Patientenaufkommen am ersten Wochenende, am ersten Mittwoch sowie am Anfang und in der Mitte der zweiten Wiesnwoche festzustellen ist. Der Höhepunkt lag beim letzten Oktoberfest-Samstag.

Grafik Oktoberfest 2011_2012 siehe Anhang

Während der Wiesn 2012 wurden insgesamt 475 Patienten in der Notaufnahme (4 Behandlungsplätze) der Medizinischen Klinik IV versorgt.

Fakten

• Am 6.10. war die Spitzenzahl von 40 Patienten in der Notaufnahme zu versorgen

• An 8 Tagen waren 30 oder mehr Patienten in der Notaufnahme

• 340 dieser 475 Patienten konnten ambulant versorgt, die übrigen Patienten mussten stationär weiterversorgt werden

Zum Vergleich die Zahlen eines 16-tägigen Zeitraums kurz vor dem Oktoberfest: von Samstag 01.09.2012 bis Sonntag 16.09.2012 wurden insgesamt 380 Patienten in der Notaufnahme behandelt, d.h. zur Wiesnzeit werden in der Notaufnahme der Med. Klinik IV etwa 25% mehr Patienten behandelt als zu „normalen Zeiten“.

Hintergrund

Die Diagnosen neben Alkoholintoxikationen umfassten die üblichen Ursachen der Inneren Medizin, wie Husten, Luftnot, Bauchschmerz, etc.
Die bei weitem häufigste Einweisungs-/Aufnahmediagnose war „Brustschmerz“ und kam wesentlich häufiger vor als zu normalen Zeiten. Zwar waren darunter auch Angina pectoris-Patienten, aber viel häufiger waren die Ursache muskuloskelletale Schmerzen oder Sodbrennen, z.B. nach Erbrechen.

Während der Wiesn 2011 (17.09.-03.10) wurden insgesamt 450 Patienten versorgt, wobei berücksichtigt werden muss, dass das Oktoberfest 2011 wegen des Feiertags am Montag (3.10.), um einen Tag länger war. In 2012 lag die Patientenzahl trotz eines um einen Tag kürzeren Messzeitraums mit 475 über dem des Vorjahres.

Die Notaufnahme der Klinik stellt sich mit verstärkter personeller Präsenzbesetzung bei der Pflege und dem Sicherheitsdienst während der Wiesnzeit, insbesondere bei den Spät-/Nachtdiensten, auf das höhere Patientenaufkommen ein. Auch der ärztliche Hintergrundoberarztdienst wurde auf einen möglichen Einsatz auf Abruf vorbereitet. Zudem wurden auf einer Station zusätzlich Betten vorbereitet, in denen Patienten nach der Erstversorgung in der Notaufnahme weiterversorgt werden konnten.

Kontakt:
PD Dr. Markus Wörnle
Internist – Nephrologie, Intensivmedizin
Leiter der Medizinischen Notaufnahme / Chest Pain Unit
Medizinische Klinik und Poliklinik IV
Klinikum der Universität München
Ziemssenstr. 1
80336 München

Scroll to Top