Wie wir uns erinnern: Hörsaal City über „Gedächtnis und Gedenkkultur“

„Wie wir uns erinnern …“
Im Hörsaal City über „Gedächtnis und Gedenkkultur“
Mit Hirnforschern, Historikern, Soziologen und Philosophen

Jeder Mensch hat seine ganz persönlichen Erinnerungen – gute und schlechte. Sie machen seine Biografie aus, die Konstruktion seines Selbst. Die Geschichte, das historische Gedächtnis der Völker, ist ebenfalls eine Konstruktion – „gemacht“ von Historikern, die Ereignisse, Dokumente, Orte, Erinnerungen etc. analysieren und interpretieren. Aus ihr destillieren sich Gedenkorte, die uns ermahnen und ein kollektives Gedächtnis begründen. Dem Thema „Wie wir uns erinnern – vom Gedächtnis zur Gendenkkultur“ widmet sich Hörsaal City im Wintersemester 2012/13. Zu Wort kommen Hirnforscher, Historiker, Soziologen und Philosophen. Die Reihe startet am Mittwoch, 24.10., 18 h, mit dem Vortrag der Bochumer Hirnforscherin Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan über „Gedächtnisbildung im Gehirn“. Die Vorträge sind öffentlich und kostenlos.

Programm im Netz

Alle Vorträge finden jeweils mittwochs, 18-20 h, im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstraße 17-19, 44789 Bochum, statt. Das komplette, kommentierte Programm der Reihe Hörsaal City steht im Internet unter: http://www.ruhr-uni-bochum.de/hoersaal-city/

Gedächtnisbildung im Gehirn

Wenn wir lernen, speichern wir das, was wir gelernt haben, im Gehirn. Genauer gesagt, wir speichern diese Information in unseren Hirnzellen. Wie geht das, dass wir so viele Erinnerungen bilden können, die wir zum Teil ein Leben lang beibehalten? Wie kommt es, dass wir andere völlig vergessen? Heißt Vergesslichkeit, dass das Gehirn nicht mehr gesund ist? In ihrem Vortrag erklärt Prof. Manahan-Vaughan die Physiologie der Gedächtnisbildung und legt damit die Grundlage der Reihe aus medizinphysiologischer Sicht.

Vom Familiengedächtnis bis zur europäischen Wir-Identität

In weiteren Vorträgen der Reihe geht es u.a. um Traumata des Nationalsozialismus im Familiengedächtnis, um die Erinnerungslandschaft Ruhrgebiet, das antike Rom als Erinnerungskultur, die Konstruktion der Person und die Rolle der Erinnerung in der modernen Theory of Mind, sowie um Erfahrungsgeschichten und Selbstdeutungen von Kriegskindern des 2. Weltkriegs. Schließlich handelt die Reihe auch von Erinnerungskulturen in Deutschland und der Frage einer nationalen Identität sowie davon, ob eine europäische Wir-Identität denkbar ist.

Redaktion: Dr. Josef König

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