Wie Menschen wachsen

„Wie kann der Mensch wachsen und aufblühen?“, fragt die Positive Psychologie. Und nicht: „Wie kann der Mensch weniger leiden?“. Damit kehrt die noch junge Forschungsrichtung die defizitorientierte Perspektive von Medizin und klinischer Psychologie um. Die Positive Psychologie richtet ihren Blick auf alles, was empirisch gesichert das Wohlergehen von Menschen stärkt: nämlich positive Gefühle, Engagement, Sinn-Erleben, aufbauende Beziehungen und das Gefühl, wirksam zu sein.

Die Positive Psychologie wurde von dem US-amerikanischen Psychologen Martin Seligman angeregt. Im Oktober 2015 gründete sich auf Initiative der Trierer Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung und Didaktik, Michaela Brohm, die „Deutsche Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung“ (DGPPF). Jetzt lädt die Gruppe zu ihrer ersten Tagung ein:

State of the Art: Stand der positiv-psychologischen Forschung im deutschsprachigen Raum
19. bis 21. Mai 2016
Universität Trier/Anmeldung ab 1. März

Die Trierer Professorin Michaela Brohm betrachtet die Positive Psychologie als grundlegend für den gesamten Bildungsbereich: „Wohlbefinden und Wirksamkeit, also Leistungsstärke, hängen eng zusammen. Unser Bildungsbereich ist jedoch durchzogen vom Effektivitätsparadigma, welches primär auf Letzteres gerichtet ist. Angesichts zunehmender Depressions-, Burnout- und Psychopharmaka-Raten, angesichts des damit einhergehenden wachsenden Krankenstands wegen psychischer Probleme und auch angesichts des Anstiegs an selbstverletzenden Verhaltensweisen („Ritzen“, Magersucht u.a.) in Schulen und Hochschulen, scheint es dringend geboten, ein zweites Paradigma in den Blick zu nehmen, welches auf das Wohlbefinden ausgerichtet ist; das Wohlbefinden aller am Lehr-Lern-Kontext Beteiligten.“

Kontakt
Prof. Dr. Michaela Brohm
Universität Trier
Professur für Empirische Lehr-Lern-Forschung und Didaktik
Tel.: +49-(0)651-201-23 77
E-Mail: brohm@uni-trier.de

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