Who cares?

Tägliche Auseinandersetzung mit Krankheit und Leid

Über die Zukunft der Pflegeberufe wird heute intensiv diskutiert: etwa vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung, die einen weiter steigenden Pflegebedarf für viele Menschen erwarten lässt. Gegenwart und Zukunft der Krankenpflege in Deutschland sind aber auch durch ihre Geschichte geprägt. Die Ausstellung berichtet über wichtige Aspekte dieser Vergangenheit. Ausgehend von der Zeit vor 1800 blickt sie mithilfe zahlreicher, teils seltener Objekte auf die kirchliche Krankenpflege der Mutterhaus-Schwesternschaften, die weltlichen Krankenwärterinnen und Krankenwärter sowie die freiwillige Kriegskrankenpflege mit der Gründung des Roten Kreuzes Mitte des 19. Jahrhunderts. Aber auch die Verhältnisse zur Zeit des Nationalsozialismus, die Folgen der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und die Krankenpflegereform der 60er-Jahre werden vorgestellt. Der Besucher kann verfolgen, wie sich Schritt für Schritt staatlich anerkannte Berufe entwickelten. Der Alltag der Pflegenden bedeutet die tägliche Auseinandersetzung mit Krankheit und Leid der ihnen anvertrauten Patienten. Sie sind beispielsweise für Ernährung, Hygiene und Mobilisation der Kranken zuständig und an zahlreichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen beteiligt. Diese Aufgaben und Betätigungsfelder stellt die Ausstellung am Beispiel des Krankenhauses ebenso vor wie jene Faktoren, die die Arbeit der Pflegenden erschweren: Zeitmangel etwa oder die ständige Konfrontation mit Grenzerfahrungen.

Veranstalter und Rahmenprogramm

Die Ausstellung „Who cares?“ ist vom 16.2. bis 14.4.2013 (Mi 9-12 & 14-18, Sa 14-18 h, So 11-18 h) im Malakowturm Julius Philipp (Markstraße 258a, Bochum) zu sehen. Veranstalter sind die Medizinhistorische Sammlung und die Abteilung für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität. Präsentation und Begleitprogramm sind ein Kooperationsprojekt der RUB und der BARMER GEK, das die Hochschule für Gesundheit (HSG) in Bochum und der Verein zur Förderung der Medizinhistorischen Sammlung der Medizinischen Fakultät der RUB unterstützen. Zum Rahmenprogramm gehören vier Veranstaltungen im Malakowturm bzw. in der HSG. Es gibt Vorträge zur „Berufsgeschichte der Krankenpflege im 19. und 20. Jahrhundert“ und zum Thema „Ethik der Interpersonalität – Ärzte und Pflegende im Vergleich“, einen Themenabend „Gemeinsam arbeiten – gemeinsam lernen? Chancen und Grenzen interprofessioneller Ausbildung“ sowie die Podiumsdiskussion „Gegenwart und Zukunft der Pflege in Deutschland“.

Weitere Informationen

PD Dr. Stefan Schulz, Medizinhistorische Sammlung, Abteilung für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der RUB, Markstraße 258a, 44799 Bochum, Tel. 0234-3228652
joerg-stefan.schulz@rub.de

Redaktion
Arne Dessaul

Angeklickt
Infos zur Ausstellung
www.rub.de/malakow/sammlung/ausstellung.html

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