Wertvolle Augen-Blicke

(djd). Eine Routineuntersuchung beim Augenarzt lohnt sich meistens auch ohne akute Beschwerden. Denn der Experte kontrolliert dabei weit mehr als „nur“ die Augen. Er kann auch Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand insgesamt ziehen. Viele Allgemeinerkrankungen lassen sich häufig am Auge ablesen, bevor der Patient selbst Beschwerden verspürt. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Zustand der Blutgefäße im Sehorgan. „Dieser gibt Hinweise auf das gesamte Blutgefäßsystem und kann nirgends so leicht betrachtet werden wie beim Augenarzt“, erklärt Professor Dr. Nicole Eter, Direktorin der Universitäts-Augenklinik Münster.

Hinweise auf Diabetes, Rheuma und Schlaganfall

So kann etwa die sogenannte Funduskopie, die Untersuchung des Augenhintergrunds, wichtige Hinweise über das Vorliegen einer Zuckerkrankheit liefern. Auch Aufschlüsse über Gefäßschäden, die das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen, lassen sich damit gewinnen. Der Augenarzt kann zudem rheumatische Erkrankungen erkennen, da diese häufig mit einer Entzündung des Augeninnern verbunden sind. Das Aussehen der Hornhaut liefert ebenfalls wertvolle Hinweise: So lassen etwa Einlagerungen auf genetisch bedingte Speicherkrankheiten wie Morbus Wilson – eine Störung des Kupferstoffwechsels in der Leber – schließen. Auch andere Allgemeinerkrankungen können via Auge diagnostiziert werden. Weitere Informationen gibt es beim Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. unter http://www.augeninfo.de im Internet.

Medikamente können „ins Auge gehen“

Wer zum Routinecheck geht, sollte seinen Augenarzt übrigens immer darüber informieren, ob und welche Medikamente er regelmäßig einnimmt, empfiehlt Nicole Eter: „Verschiedene Arzneimittel haben Nebenwirkungen auf das Auge, die so schwerwiegend sein können, dass es nötig wird, das entsprechende Medikament abzusetzen.“ Zu den Wirkstoffen, bei denen Augenärzte hellhörig werden, gehören unter anderem Amiodaron, ein Mittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, Chloroquin, ein Wirkstoff zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen, sowie Glukokortikoide und Steroidhormone zur Bekämpfung von Entzündungen.

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