Wenn die Pflegefalle zuschnappt

(djd). Die Einführung der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung war sicher ein Schritt in die richtige Richtung – doch wer Pflege finanzieren muss, merkt nur allzu schnell, dass die gesetzlichen Leistungen hinten und vorn nicht reichen. Zur Veranschaulichung: In der Pflegestufe II leistet die gesetzliche Pflegeversicherung für einen ambulanten Pflegedienst monatlich bis zu 1.100 Euro. Dies kann aber eigentlich gar nicht ausreichen. Denn wer in dieser Pflegestufe von einem ambulanten Pflegedienst versorgt wird, muss durchschnittlich von zwei Hausbesuchen pro Tag sowie weiteren Leistungen ausgehen. Kosten von etwa 1.600 bis 2.000 Euro monatlich sind dann üblich.

Die Pflegelücke

Der Pflegebedürftige oder seine Familie muss in diesem Beispielfall also zwischen 500 und 900 Euro aus eigener Tasche finanzieren. „Angesichts solcher Summen lohnt sich eine private Pflegeversicherung“, sagt Peter Straßer, Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe. „Wir raten sehr dazu, auf die Details zu achten. Wichtig ist zum Beispiel, dass auch bei einer Laienpflege, das heißt bei Pflege durch Angehörige, im ambulanten Bereich die Leistung der Versicherung zu 100 Prozent erbracht wird. Außerdem sollte auch die Pflegestufe null abgesichert sein, was insbesondere für Demenzpatienten wichtig ist.“ Weitere Tipps gibt es dazu auf http://www.deutsche-privat-pflege.de im Internet.

An die Pflegenden denken

Doch auch die menschlichen Belange müssen berücksichtigt werden. „Bei länger andauernden Belastungssituationen empfiehlt es sich, die Zuständigkeiten und Aufgaben an sämtliche Familienmitglieder zu verteilen“, so Psychotherapeutin und Diplom-Psychogerontologin Dr. phil. Britta Wiegele. „Viel zu häufig geschieht es, dass sich ein Familienmitglied – nach wie vor sind dies in der Mehrzahl Frauen – eher unfreiwillig in der Rolle der Hauptverantwortlichen befindet.“ Es empfiehlt sich, zwischendurch Familienkonferenzen einzuberufen, bei denen alle Beteiligten ihre Anliegen und Anregungen vorbringen können.

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