Wenn die Blase schlappmacht

(djd). Viele Frauen kennen das Problem: Sie leiden unter ständigem Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen. Andauernd müssen sie auf die Toilette, und unterwegs beherrscht eine Frage ihre Gedanken: „Wo ist das nächste ‚Örtchen‘?“ Der Einkaufsbummel wird zur Tortur, ein Besuch auf dem Jahrmarkt so gut wie unmöglich, und Urlaubsreisen machen einfach keinen Spaß mehr.

Keine Hilfe durch Antibiotika

„Eine mögliche Ursache für chronische Blasenentzündungen ist ein Defekt der äußersten Blasenschutzschicht, der Glykosaminoglykan-(GAG-)Schicht“, erklärt Dr. med. habil. Annett Gauruder-Burmester, Leiterin des Interdisziplinären Beckenbodenzentrums in Berlin. Dadurch können Substanzen aus dem Urin in tiefere Schichten der Blasenschleimhaut eindringen, die Nerven reizen und Beschwerden wie ständigen Harndrang, häufiges Wasserlassen oder auch stechende Schmerzen im Unterbauch verursachen. „In vielen Fällen findet der Arzt keine bakterielle Infektion, deshalb können Antibiotika auch nicht helfen“, so die Expertin.

Nicht die Symptome, sondern die Ursache behandeln

Während häufig eingesetzte Medikamente lediglich die Symptome lindern, setzt eine gut untersuchte Blasenspülung, beispielsweise mit Gepan instill, bei der Ursache der Erkrankung an. „Der äußersten Blasenschutzschicht fehlt der Baustein Chondroitinsulfat. Deshalb wird sie durchlässig für reizende Substanzen des Urins“, sagt die Urogynäkologin. Mit einer Fertigspritze wird dieser fehlende Baustein vom Arzt über einen Katheter in die zuvor entleerte Blase gespült, wo er sich wie ein schützendes Pflaster auf die Blasenschleimhaut legt. Um Wirkung zu erzielen, sollte das Präparat für mindestens eine halbe Stunde in der Blase gehalten werden. Zu Beginn der Behandlung haben sich vier bis sechs Anwendungen in einem wöchentlichen Abstand bewährt. Je nachdem, wie schnell sich die Symptome bessern, kann der Arzt die Therapie auf eine Anwendung pro Monat umstellen. Die Behandlung ist verschreibungspflichtig und wird gegenwärtig nicht von den Krankenkassen übernommen. Unter www.gepan-instill.de gibt es weitere Informationen.

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