Wenn die Arbeit im Nacken sitzt

(djd). Während früher nach Büroschluss die Arbeit bis zum nächsten Tag liegen blieb, ist der moderne Mensch dank weit entwickelter Kommunikationsnetze per Smartphone, Tablet und Notebook permanent erreichbar. Nur wenige Arbeitnehmer schalten das Handy nach Dienstschluss ab, Liegengebliebenes wird nach Feierabend im Home-Office erledigt. Zur ständigen Erreichbarkeit und der hohen Arbeitsbelastung gesellen sich nicht selten Konflikte mit dem Partner oder den Kollegen hinzu. So ist der psychosoziale Stress im täglichen Leben allgegenwärtig. In einer Umfrage gaben mehr als ein Drittel der Befragten an, sich in ihrer Freizeit nicht mehr richtig entspannen zu können. Dabei gelten Stress und „sich nicht entspannen können“ unter anderem als Risikofaktoren für schmerzhafte Verspannungen und Spannungskopfschmerzen. Problematisch werde es, wenn Schmerzen länger andauern, so könne es zu einem Schmerzgedächtnis kommen und die Beschwerden chronisch werden, erklärt Dr. Astrid Gendolla, Fachärztin für Neurologie aus Essen.

Kopfschmerzen ernst nehmen

Die Expertin rät: „Man sollte Kopfschmerzen nie hinnehmen und sich schon gar nicht damit abfinden. Kopfschmerzen sind oft Symptom psychischer Überlastung: Stress bewirkt eine verstärkte Anspannung der Muskeln im Kopfbereich sowie der Schulter- und Nackenmuskulatur, die dann zu Kopfschmerzen vom Spannungstyp führen können. Wird der Körper psychisch oder physisch stark beansprucht, werden vermehrt Hormone ausgeschüttet, die Einfluss auf die Schmerzempfindlichkeit haben. So werden Spannungskopfschmerzen begünstigt.“ Ungefähr zwei Drittel der Menschen leiden Schätzungen zufolge mindestens einmal im Jahr unter einem drückenden, dumpfen Spannungskopfschmerz, der sich – oft vom Nacken ausgehend – beidseitig über den gesamten Kopf ausbreitet. „Bei akuten Spannungskopfschmerzen ist es wichtig den Schmerzkreislauf frühzeitig zu durchbrechen, um eine Chronifizierung zu verhindern“, so die Expertin Gendolla. Schmerzmittel, wie der Aspirinwirkstoff Acetylsalicylsäure, können im Akutfall Linderung bringen. Da Stress eine der wichtigsten Ursachen für Kopfschmerzen ist, sollte darauf zielgerichtet reagiert werden, beispielsweise durch regelmäßige Bewegung und Entspannungsübungen.

Sport und Entspannungstechniken bauen Stress ab

Die Joggingrunde am Abend oder das Krafttraining im Studio können dazu beitragen, angestaute Energie loszuwerden. Entspannungstechniken wie das autogene Training, die progressive Muskelentspannung, Yoga oder Meditation können ebenfalls helfen, in stressigen Zeiten gelassener zu bleiben. Weiterhin rät Gendolla zum Thema Stressabbau: „Besonders wenn die Freizeit knapp bemessen ist, ist es wichtig, sich feste Ruhezeiten zu nehmen, in denen der Kopf abschalten kann. Aber auch im Alltag können einfache Tipps helfen, Druck abzubauen.“ Konkret bedeutet das: Nicht ständig E-Mails abrufen, sondern nur vier- bis fünfmal täglich oder auch mal das Telefon klingeln lassen. Darüber hinaus sollten Probleme mit Kollegen, Freunden oder der Familie gezielt angesprochen werden, um eine Lösung zu finden.

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