Wenn der Job zur Qual wird

(djd). Die Gefahr des Verlustes der eigenen Arbeitskraft ist ein Risiko, das von den meisten deutschen Arbeitnehmern verdrängt wird. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wird tatsächlich aber etwa jeder fünfte Beschäftigte irgendwann in seinem Leben berufsunfähig. Die Ursache sind immer häufiger psychische Erkrankungen wie etwa ein Burnout. Aber auch Klassiker wie chronische Kreuzschmerzen können oftmals für das Aus im Job sorgen. Nur etwa 15 Prozent aller Deutschen verfügen über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei sollte diese Police eigentlich für jeden Erwerbstätigen Pflicht sein. Wer sie nicht hat, riskiert im Falle eines Falles seine Existenz.

Frühzeitig privat vorsorgen

Wenn Arbeitnehmer ihren Beruf nicht mehr ausüben können, gibt es vom Staat meist nur eine minimale Unterstützung, die sich oft auf Hartz-IV-Niveau bewegt und somit nur eine Grundversorgung darstellt. Christoph Andersch von den Ergo Direkt Versicherungen empfiehlt deshalb, sich frühzeitig privat mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung für den Fall der Fälle zu schützen. Denn gerade in jungen Jahren sei die gesundheitliche Situation noch gut und damit problemlos versicherbar. „Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente sollte etwa 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens betragen“, rät Andersch.

Für Auszubildende ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig. Denn bei Eintritt der Berufsunfähigkeit besteht kein Anspruch auf die staatliche Erwerbsminderungsrente, die erst nach fünf Jahren Berufstätigkeit oder nach 60 Beitragsmonaten gezahlt wird. Ebenso bedeutsam sei eine private Absicherung für die meisten Freiberufler und Selbstständigen, erklärt Christoph Andersch, denn auch sie hätten überhaupt keinen gesetzlichen Anspruch im Falle einer Berufs- und Erwerbsunfähigkeit.

Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist kein „Selbstläufer“, Knackpunkt sind in den meisten Fällen die Gesundheitsfragen. Christoph Andersch rät dazu, alle Vorerkrankungen dem Versicherer unbedingt wahrheitsgemäß mitzuteilen: „Wer aus Angst, keinen Vertrag zu bekommen, etwas verschweigt, der geht im Ernstfall unter Umständen leer aus.“

Leistungen ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird die vereinbarte Rente gezahlt, sobald die versicherte Person zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig ist. Christoph Andersch: „Konkret gilt der Kunde bei den meisten Versicherern als berufsunfähig, wenn ein Arzt prognostiziert, dass der Versicherte in den nächsten sechs Monaten gesundheitlich nicht in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben.“ Jede Versicherungsgesellschaft setze diesen erforderlichen Prognosezeitraum allerdings selbst fest. Die Beiträge sind abhängig vom Beruf, dem Eintrittsalter, der Laufzeit des Vertrags, der Höhe der vereinbarten Rentenhöhe und auch vom Gesundheitszustand. Unabhängig von den genannten Faktoren variieren die Beiträge von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft.

Die Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung sollte sicherheitshalber bis zum tatsächlichen Renteneintritt, also einem Endalter 65 oder 67, gewählt werden. Bei einem Wechsel in einen risikoreicheren Beruf bleibt die Berufsunfähigkeitsversicherung im Übrigen bestehen. Die meisten Versicherungsgesellschaften verzichten auf eine Nachmeldung oder eine Beitragsanpassung bei einem Berufswechsel. „Wechselt man dagegen in einen risikoärmeren Beruf, kann es sogar sein, dass der Beitrag gesenkt wird“, sagt Christoph Andersch.

Recht auf Nachversicherung

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man auch darauf achten, dass der Anbieter das Recht auf eine Erhöhung der vereinbarten Rente durch eine Nachversicherung ohne weitere Gesundheitsprüfung einräumt. Christoph Andersch: „Eine solche Nachversicherung kann beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn man heiratet oder wenn man Kinder bekommt.“ Weitere Anlässe sind etwa eine deutliche Gehaltserhöhung oder der Wechsel in die berufliche Selbstständigkeit. „Wer als Selbstständiger bereits über eine Berufsunfähigkeitsversicherung verfügt, sollte seine Rentenleistung vor allem dann erhöhen, wenn sich beispielsweise der Gewinn erheblich steigert“, empfiehlt Christoph Andersch.

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