Wenn das körpereigene Kraftwerk versagt! – 5 Millionen Leberkranke in Deutschland

In dieser Fabrik werden Eiweiße aus der Nahrung in ihre Bausteine, die Aminosäuren, zerlegt und dann zu körpereigenen Proteinen wie Enzyme, Gerinnungsfaktoren und Hormone umgebaut. Wird dieses lebenswichtige Organ krank, dann geht vieles nicht mehr. „Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Lebererkrankung und viele wissen nicht einmal davon. Denn die kranke Leber verursacht keine Schmerzen – sie leidet still“, sagt Prof. Dr. Claus Niederau von der Deutschen Leberhilfe e.V. Experten gehen davon aus, dass ein Drittel der Bundesbürger über 40 Jahren an einer Fettleber erkrankt ist. Grund hierfür ist häufig ungesunde Ernährung, zuwenig Bewegung, zuviel Alkohol und Übergewicht. Eine Fettleber kann eine Entzündung der Leber (Hepatitis) unterstützen, die dann langfristig zu Leberzirrhose (Vernarbung des Lebergewebes) und Leberkrebs führen kann. Häufig steht am Ende eine Lebertransplantation. Der 12. Deutsche Lebertag am 20. November 2011 macht unter dem Motto: „Leber lebenswichtig“ auf die Erkrankungen der Leber und die Vorsorgemöglichkeiten aufmerksam. Organisatoren sind die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und die Gastro-Liga e.V. Zum Deutschen Lebertag finden in ganz Deutschland Informations- und Aufklärungsaktionen (regional unterschiedlich) statt. Weitere Informationen auch unter www.lebertag.org

Die häufigsten Ursachen für eine Lebererkrankung sind Infektionen mit Hepatitisviren, Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum. Weniger häufig sind angeborene (genetische) und gegen körpereigenes Gewebe gerichtete (autoimmune) Lebererkrankungen. Etwa 50.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen einer Leberzirrhose und rund 8.000 an primärem Leberkrebs. „Dabei steht der Alkoholmissbrauch nicht immer im Vordergrund“, sagt Prof. Niederau. Nur etwa 30 Prozent der Fälle seien auf zuviel Alkohol zurückzuführen. Wichtig ist vor allem, regelmäßig seine Leberwerte (GPT, GOT und GGT-Wert) beim Hausarzt überprüfen zu lassen. Erhöhte Werte zeigen an, dass die Gefahr einer Lebererkrankung bestehen kann. Nur durch eine frühzeitige Diagnose ist eine richtige Behandlung im Frühstadium einer Lebererkrankung möglich. Vielen Lebererkrankungen ist gemeinsam, dass sie unbehandelt in eine Leberzirrhose und in der weiteren Folge zum Leberzellkrebs (hepatozelluläres Karzinom – HCC) führen können. Der Leberzellkrebs gehört weltweit zu den fünf häufigsten Karzinomen des Mannes. Seit den 70-er Jahren hat sich die Zahl der Todesfälle mit dieser Erkrankung in Deutschland mehr verdoppelt, wie Daten aus dem Saarland zeigen. Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 5.000 Menschen neu an diesem Tumor. In den meisten europäischen Ländern ist ein dramatischer Anstieg von Leberkrebs zu beobachten.

Ansprechpartner

Deutsche Leberhilfe e.V.
Prof. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender
Achim Kautz, Geschäftsführer
Krieler Straße 100, 50935 Köln
info@leberhilfe.org
www.leberhilfe.org

Deutsche Leberstiftung
Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
Bianka Wiebner, Kaufmännische Geschäftsführerin
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
presse@deutsche-leberstiftung.de
www.deutsche-leberstiftung.de

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Vorstandsmitglied
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
geschaeftsstelle@gastro-liga.de
www.gastro-liga.de

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