Wenn Blutfettwerte zum Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall werden

Triglyceride sind neben Cholesterin die wichtigsten Blutfette. In Leber und Darm gebildet dienen sie dem Transport von Fettsäuren und zur Speicherung von Energie im Fettgewebe. „Durch Veranlagung oder eine ungesunde Lebensweise können erhöhte Blutfettspiegelwerte auftreten. Begünstigt werden sie unter anderem durch Übergewicht, zu häufigem Verzehr tierischer Nahrungsfette, eine übermäßige Cholesterinzufuhr und ungünstiger Fettsäurezusammensetzung sowie durch Bewegungsmangel. Erhöhte Triglyceridwerte entstehen auch durch erhöhten Alkoholkonsum und hohen Zuckerverzehr – auch von Fruchtzucker und Zuckeraustauschstoffen“, fasst Dr. Elke Arms zusammen. Laut der aktuellen Empfehlungen der Deutschen Lipidliga (2) sind folgende Blutfettspiegelwerte wünschenswert:

    • Gesamtcholesterin: bis 200 mg/dl
    • Triglyceride: bis 150 mg/dl
    • LDL-Wert: bis 160 mg/dl
    • HDL-Wert: mindestens 40 mg/dl

„Schlechte Blutfettwerte sind langfristig ein Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Soweit muss es nicht kommen, wenn aktiv etwas für gesunde Blutfettwerte getan wird“, erklärt Dr. Elke Arms, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio. Der menschliche Körper braucht zwar Cholesterin zum Zellwandaufbau, zur Gallensäure- und Hormonproduktion. Dafür stellt er den größten Teil des im Blut vorkommenden Cholesterins selbst her. Außerdem liefern tierische Lebensmittel Cholesterin. Allerdings fördern eine erbliche Veranlagung oder übermäßiger Genuss fett- und cholesterinreicher Lebensmittel sowie Bewegungsmangel den Anstieg der Blutfette.

Tipps zur Senkung erhöhter Blutfette

In die Praxis lassen sich die Empfehlungen zur Senkung erhöhter Blutfette recht einfach umsetzen. Denn hier gelten nahezu die gleichen Regeln, die auch Menschen mit einem gesunden Stoffwechsel beachten sollten. „Zunächst geht es primär um die Senkung des Körpergewichts“, erklärt Dr. Elke Arms. Eine ballaststoffreiche und fettreduzierte Ernährung hilft darüber hinaus, die Blutfettwerte zu verbessern. Für eine gute Versorgung mit Ballaststoffen sorgen frisches Gemüse, Salat und Obst, das täglich auf den Speiseplan gehört.

„Betroffene sollten darüber hinaus hochwertige pflanzliche Fette wie zum Beispiel Raps-, Walnuss- sowie Olivenöl und Margarine aus ungehärteten Fetten bevorzugen“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Sie sind reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die sich positiv auf die Blutfette auswirken. Die im Seefisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind außerdem für die normale Herzfunktion wichtig. Daher empfehlen Ernährungswissenschaftler, zwei- bis dreimal pro Woche Fischgerichte mit Lachs, Thunfisch oder Makrelen.

Bei erhöhten Triglyceridwerten ist es zudem ratsam, Alkohol zu meiden sowie Zucker, Fruchtzucker und daraus hergestellte Produkte nur in kleinen Mengen zu essen. Regelmäßige Bewegung unterstützt die abwechslungsreiche Ernährung. „Wenn eine Lebensstiländerung allein nicht ausreicht, kann eine zusätzliche medikamentöse Therapie sinnvoll sein“, empfiehlt Dr. Elke Arms. Betroffene sollten hierzu ihren Arzt ansprechen, der die Therapiemaßnahmen prüft. Auch eine begleitende Ernährungsberatung ist in diesem Zusammenhang sinnvoll.

LDL- und HDL-Cholesterin

Das Gesamtcholesterin teilt sich in zwei Gruppen: LDL- und HDL-Cholesterin. Das LDL-Cholesterin transportiert Cholesterin zu Organen und Zellen und kann durch Ablagerung zu Arteriosklerose führen. Arterienverkalkung wird diese Erkrankung umgangssprachlich genannt. Sie verengt die Gefäße, macht sie unelastisch und behindert den Blutfluss. Daher heißt das LDL-Cholesterin auch „schlechtes Cholesterin“. Das HDL-Cholesterin sorgt dafür, dass Cholesterin zur Leber transportiert und von dort ausgeschieden wird. Deshalb wird es auch als „gutes Cholesterin“ bezeichnet. Für den HDL-Cholesterin-Spiegel gilt: je höher, desto besser. Zahlreiche Studien(1) belegen, dass ein hoher HDL-Spiegel das Herzinfarktrisiko senkt.

Weitere Informationen und Serviceangebote zum Thema Ernährung unter http://ernaehrungsstudio.nestle.de

Quellen

(1)    Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.: Evidenzbasierte Leitlinie „Fettkonsum und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten“, 2006, http://www.dge.de/pdf/ws/ll-fett/DGE-Leitlinie-Fett-11-2006.pdf
(2)    Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga): Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen in der ärztlichen Praxis, September 2011, http://www.lipid-liga.de/pdf/lldiagn.pdf

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