Wenn Arzneimittel dem Körper die Vitamine „rauben“

(djd). Wer über Jahre hinweg Medikamente nimmt, tut sich damit unter Umständen nicht nur Gutes: Viele Arzneimittel können dem Körper auf Dauer wichtige Vitamine und Mineralstoffe „rauben“. Apotheker Uwe Gröber, Leiter der „Akademie für Mikronährstoffmedizin“ in Essen und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Gesellschaft für Biofaktoren e.V., erklärt die Hintergründe und gibt Tipps.

Wie kommt es, dass Arzneimittel Mangelzustände verursachen?

– Die Medikamente nutzen im Körper die gleichen Transport- und Stoffwechselwege wie Biofaktoren, etwa Vitamine oder Mineralstoffe. Dadurch kann es zu Wechselwirkungen kommen, sowohl die Wirkung der Arznei als auch die Aufnahme des Biofaktors kann so gestört sein. Das gilt für eine lange Liste von Medikamenten – vom häufig verordneten Diabetesmedikament „Metformin“ über Wirkstoffe gegen Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zur Antibabypille.

Wie gefährlich ist das?

– Der Körper benötigt Biofaktoren, um verschiedene Stoffwechselprozesse voranzutreiben, die ohne sie nicht ablaufen. Ein Beispiel: Klinische Studien haben gezeigt, dass Diabetiker bei einer Behandlung mit dem Wirkstoff „Metformin“ einen Mangel an Vitamin B12 entwickeln können. Ein Mangel an dem Vitamin kann unter anderem die Blutbildung beeinträchtigen und Nervenschäden mit schwerwiegenden Folgen bis hin zu Lähmungen und Demenz verursachen.

Woran erkenne ich einen solchen Mangel?

– Die Symptome sind zunächst meist erst unspezifisch. Man fühlt sich müde, kann sich nicht konzentrieren und ist anfälliger für Infekte. Eine Übersicht über typische Mangelanzeichen findet sich zum Beispiel auf der Homepage der Gesellschaft für Biofaktoren unter http://www.gf-biofaktoren.de. Aufschluss über einen Mangel kann eine Blutuntersuchung geben.

Wie kann man diesen Risiken entgegenwirken?

– Wer nicht ausreichend mit einem Biofaktor versorgt ist, sollte diesen durch ein Präparat ergänzen. So kann die medikamentöse Behandlung leicht abgesichert und überflüssige Risiken können verhindert werden. Zusätzlich sollte man immer auf eine ausgewogene Ernährung achten.

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