Weltweit neues Gefäßverschluss-System nach Herzkatheter-Eingriffen im HDZ NRW

Der resorbierbare Verschluss trägt den Namen ExoSeal und wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Marcus Wiemer vorab in einer klinischen Studie geprüft und gemeinsam mit dem Hersteller Cordis bereits im Mai dieses Jahres zur CE-Zertifizierung gebracht. Das neue Verfahren wird nun nach dem erfolgreichen Start im Herz- und Diabeteszentrum NRW in weiteren Kliniken in Europa zum Einsatz kommen.

Nach einem Herzkatheter-Eingriff gab es bisher zwei verschiedene Verfahren, den etwa zwei Millimeter breiten Zugang in der Leistenarterie zu verschließen: Entweder kann die Öffnung durch so genannte manuelle Kompression verschlossen werden, indem die Hände des Arztes mehrere Minuten lang Druck auf die Blutung ausüben. Der Blutfluss kann aber auch innerhalb von nur etwa drei Minuten durch ein mechanisches Verschluss-System gestoppt werden. Dies geschieht mittels einer synthetischen Gefäß-Verankerung, die Zug auf ein Kollagen-Pad ausübt und dadurch die Öffnung verschließt. Beide Verfahren sind jedoch für den Patienten mit Schmerzen und einem gewissen Komplikationsrisiko verbunden. Das mechanische Verschluss-System erfordert zudem ärztliches Geschick und Erfahrung im Umgang mit dieser Technik.

Beim neuen ExoSeal-Gefäßverschluss-System wird ein Pfropfen aus bioresorbierbarem Material (Polyglykolsäure) von außen über der Öffnung der Leistenarterie angebracht. Man spricht hierbei von einem extravaskulären Verschluss-System. Zwei Sichtindikatoren dienen dabei der exakten Positionierung und der besseren Kontrolle des Systems.

„Wir sind von der Sicherheit und Wirksamkeit dieses neuen Verschlusssystems sehr beeindruckt“, bestätigt Dr. Marcus Wiemer, Leiter des Herzkatheterlabors der Kardiologischen Klinik des HDZ NRW, der die Entwicklung des ExoSeal-Verschluss-Systems als Prüfarzt begleitet und die klinische Studie (ECLIPSE-Studie) bis zur CE-Zertifizierung geleitet hat. „Die neue Technik ist einfach zu handhaben. Im Gefäß bleibt nichts zurück, das den arteriellen Blutfluss gefährden könnte. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Systemen ist die sehr hohe klinische Sicherheit bei einem für den Patienten nahezu schmerzfreien Verfahren.“

Im Herz- und Diabeteszentrum NRW wird bei über 60 Prozent aller Herzkatheter-Eingriffe bisher ein mechanisches Gefäßverschluss-System angewendet. „Die hohe Sicherheit und Komfortabilität des relativ einfach zu handhabenden Systems sprechen dafür, dass sich dieses zukunftsweisende Verfahren gegenüber den herkömmlichen Verschluss-Techniken durchsetzen wird“, bestätigt Prof. Dr. Dieter Horstkotte, Direktor der Kardiologischen Klinik des HDZ NRW. In Bad Oeynhausen werden jährlich rund 1600 Herzkatheter-Interventionen durchgeführt.
(idw, 07/2010)

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