Weltweit neue WHO-Ausbildungsstandards für Orthetik und Prothetik in Göttingen veröffentlicht

In einem langjährigen Prozess hatten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die ISPO die Ausbildungsstandards, welche seit 1991 bestanden, gemeinsam neu entwickelt. Zukünftig wird es drei Kategorien der Qualifikation geben: Der oder die „Prosthetic Orthotic Technican“ ist für Arbeiten im Produktionsablauf ohne direkten Patientenkontakt zuständig. Der „Associate Prosthetist Orthotist“ übernimmt einfache Versorgungen am Patienten, während der „Prosthetist Orthotist“ Prozesse überwacht, wissenschaftliche Erkenntnisse einbindet und für medizinisch anspruchsvolle Patientenversorgungen verantwortlich ist.

„Nun sind die internationalen Standards einheitlich und vom Curriculum bis zur technischen Ausstattung genauestens definiert. Unsere Orthobionik-Absolventen erhalten bereits mit dem Bachelor die höchste Zertifizierung der ISPO, die sie zur weltweiten Patientenversorgung im Bereich Orthetik und Prothetik berechtigt“, freut sich Prof. Dr. Siegmar Blumentritt von der PFH. Der Biomechanik-Experte war im Vorfeld selbst an der Ausarbeitung der neuen Standards beteiligt.

Vetreter aus allen Kontinenten vor Ort
Die ISPO ist in 118 Ländern der Welt vertreten und mit 3.354 Mitgliedern der international stärkste Verband im Bereich der Prothetik und Orthetik. Zahlreiche bekannte Hochschulen wie zum Beispiel Jönköping University (Schweden), University of Washington (USA), Don Bosco University (El Salvador), Niigata University of Health and Welfare (Japan) und University of Sunshine Coast (Australien) sind neben der PFH Mitglieder der ISPO und nach den ISPO-Standards zertifiziert. Daher war es selbstverständlich, dass sie mit jeweils einem oder mehreren Hochschul-Vertretern auf der Veranstaltung teilgenommen haben. Insgesamt diskutierten Repräsentanten aus 38 Ländern von allen fünf Kontinenten.

Der amtierende Präsident der ISPO, Prof. Dr. Friedbert Kohler bekräftigte in seiner Präsentation die Bedeutung des Treffens: „Der internationale Austausch zu diesem weltweit wichtigen Thema ist der Grundstein für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Ausbildungsstandards. Nur so können wir die Qualität der orthetischen und prothetischen Patientenversorgung nachhaltig verbessern“. Dass in den kommenden Jahrzehnten hier Handlungsbedarf besteht, belegen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Jahre 2017: 90 Prozent aller Menschen, die eine orthetische oder prothetische Versorgung benötigen, haben in ihren Ländern keinen Zugang zu einer entsprechenden Behandlung. Besonders betroffen davon sind Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die durch zahleiche Teilnehmer, wie z.B. aus Togo, Jordanien, Ghana, Bangladesch und Myanmar ebenso auf dem Global Educators Meeting vertreten waren wie Mitglieder des Internationalen Roten Kreuzes.

PFH-Studiengang Orthobionik
Das Studienprogramm Orthobionik vermittelt medizinisches, biomechanisches, ingenieurwissenschaftliches und betriebswirtschaftliches Wissen sowie handwerkliches Know-how und ist in dieser Ausrichtung einzigartig in Deutschland. Als wichtiger Impulsgeber und Initiator begleitet Honorarprofessor Hans Georg Näder, Mehrheitsgesellschafter der Ottobock SE & Co. KGaA, den PFH-Studiengang seit dem Start im Jahr 2011.

Weitere Informationen zum Studiengang unter: www.pfh.de/orthobionik.

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