Weltweit erster Lehrstuhlinhaber für Plasmamedizin hält seine Antrittsvorlesung

Dieses neue Fach entwickelt sich an der Schnittstelle zwischen Plasmaphysik und Medizin. Unter einem Plasma versteht man einen vierten Aggregatszustand nach fest, flüssig und gasförmig, der entsteht, wenn einem Gas Energie zugeführt und es dadurch ionisiert wird. Die meisten natürlichen Plasmen sind heiße Plasmen, beispielsweise die Sonne oder Blitze. Durch Zufuhr elektrischer Energie lassen sich auch kalte Plasmen erzeugen. Einsatzfelder solcher Niedertemperatur-Plasmen in der Medizin sind die Sterilisation von Materialien und Medizinprodukten sowie die Herstellung von bioverträglichen Oberflächen, unter anderem bei Implantaten und Prothesen. Die direkte Anwendung am Menschen zur Unterstützung der Wundheilung ist Forschungsschwerpunkt des neuen Lehrstuhls Plasmamedizin.

Die plasmamedizinische Forschung umfasst ein sehr breites Spektrum von der Grundlagenforschung auf den Gebieten Plasmaphysik, Mikrobiologie, Zellbiologie, Immunologie und Hygiene bis zur anwendungsorientierten klinischen Forschung. In einer interdisziplinären Forschungskooperation zwischen dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) und der Universitätsmedizin Greifswald werden diese innovativen Forschungen vorangetrieben. Damit gehört der Wissenschaftsstandort Greifswald zu den internationalen Themenführern auf dem Gebiet der Plasmamedizin.

Universitätsmedizin Greifswald
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Direktor: Prof. Christoph Kessler
Neubau Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
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