Welttag der sexuellen Gesundheit: Impfung schützt vor Hepatitis-Virusinfektion beim Sex

„Das Hepatitis B-Virus wird vor allem beim ungeschützten Sex durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten übertragen. Deshalb wird die dadurch hervorgerufene Leberentzündung auch als Geschlechtskrankheit eingestuft, sie zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, den „Sexually Transmitted Infections“, kurz STIs, erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Neben ungeschütztem Sex zählen Tätowierungen oder Piercings, die unter nicht sterilen Bedingungen durchgeführt werden, zu den häufigsten Übertragungswegen einer Hepatitis B“, ergänzt Prof. Manns.

Die Hepatitis B ist eine der am häufigsten auftretenden Infektionskrankheiten überhaupt. Geschätzte 250 Millionen Menschen, also ungefähr fünf Prozent der Weltbevölkerung, sind chronisch an Hepatitis B erkrankt. In Deutschland tragen wahrscheinlich bis zu 500.000 Menschen das Hepatitis B-Virus in sich. Jährlich stecken sich zahlreiche Menschen in Deutschland neu mit Hepatitis B an – vorrangig durch ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Häufig bemerken die Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung. Nur manchmal stellen sich nach einem bis sechs Monaten uncharakteristische, grippale Symptome ein. Kommt es zu einer chronischen Entzündung, besteht ein erhöhtes Risiko für bindegewebsartige Veränderungen der Leber (Fibrose) oder Zirrhose. Vor allem bei einer bestehenden Zirrhose ist das Risiko für einen Leberzellkrebs deutlich erhöht. Größtmöglichen Schutz vor einer Übertragung des Hepatitis B-Virus gewährleistet eine entsprechende Impfung.

Die Verwendung von Kombinations-Impfstoffen, die gegen Hepatitis A und B schützen, vermindert die Anzahl der notwendigen Injektionen im Vergleich zu den Einzelimpfungen zum Schutz vor beiden Erkrankungen. Diese kombinierte Impfung gegen Hepatitis A und B schützt gegen eine Neuinfektion. Die Impfung erfolgt in drei Etappen: Die erste und zweite Spritze werden in einem Abstand von einem Monat gegeben; die dritte Spritze erfolgt nach weiteren sechs Monaten. Bei gesunden Erwachsenen besteht die Möglichkeit, durch ein beschleunigtes Impfschema an den Tagen 0, 7 und 21 den Impfschutz schneller zu erreichen. Die Impfungen sind gut verträglich.

Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor der ebenfalls meist sexuell übertragenen Hepatitis delta, da diese Erkrankung nur mit einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen kann. Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung. Die Erkrankung ist inzwischen jedoch gut und mit hohen Heilungsraten behandelbar.

„Der Welttag der sexuellen Gesundheit legt den Fokus auf das wichtige Themenfeld Sexualität und Gesundheit. Er sensibilisiert die Bevölkerung für Risiken, Diagnose- und Schutzmöglichkeiten. Beim Thema Hepatitis sind dies unter anderem Safer Sex, Impfschutz und eine Kontrolle der Leberwerte, die Aufschluss über eine Infektion mit Hepatitis-Viren geben kann“, betont Prof. Manns die Bedeutung des Aktionstages. „Auch wenn die Infektion mit einem Hepatitis-Virus nach der Diagnose (wenn diese tatsächlich erfolgt) in vielen Fällen schon gut behandelt und geheilt bzw. dauerhaft unterdrückt werden kann, ist die Vermeidung einer Infektion durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen immer noch der beste Schutz der Gesundheit“, ruft er zur Vorsorge und zur Früherkennung auf.

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