Weltpremiere für Physiotherapie-Lexikon

Von Anatomie über Kinesiologie, von Manueller Therapie und Psychomotorik bis hin zu ZNS: Im Springer Lexikon Physiotherapie haben mehr als 65 Autoren aus aller Welt in über 22.000 Stichwörtern die wichtigsten Fachbegriffe und Themenfelder der Physiotherapie zusammengestellt. Herausgegeben wird das weltweit einmalige Lexikon von Prof. Dr. Christoff Zalpour, der an der Fachhochschule Osnabrück Physiotherapie lehrt.

„Als der Springer-Verlag mich 2005 ansprach und sein Interesse an einem Fachlexikon für Physiotherapie bekundete, habe ich recherchiert, ob es etwas Vergleichbares im deutschsprachigen Raum bereits gibt. Schnell stellte sich heraus, dass es hier eine große Lücke gab“, erläutert Zalpour seine Intention. Der Aufwand zur Erstellung eines fast 1.500 Seiten starken Fachlexikons sei immens, habe aber auch eine interessante Herausforderung dargestellt. Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe eruierte alle relevanten Begriffe der Physiotherapie und erstellte einen Index. Hierfür mussten große Mengen an Fachliteratur studiert werden, um die relevanten Termini zu identifizieren und keine wichtigen Begrifflichkeiten außer Acht zu lassen. „Die Indexierung erforderte einen enormen Aufwand an Kommunikation und Abstimmung um den gesamten Globus. Der Springer-Verlag ermöglichte es allerdings allen Autoren, online zu arbeiten und so von jedem Ort der Welt Zugriff auf das werdende Lexikon zu haben“, so Zalpour weiter. Dennoch erwies es sich als notwendig, regelmäßig den Fortschritt auf Konferenzen zu besprechen, welche zumeist in Osnabrück stattfanden.

Dass das Referenzwerk eine wichtige Nachfrage im Bereich der physiotherapeutischen Literatur abdeckt, zeigen das positive Feedback aus entsprechenden Fachkreisen sowie die 1.500 Vorbestellungen vor Erscheinen. Vorgesehen sei es, das Buch regelmäßig zu überarbeiten und zu aktualisieren. „Insbesondere für die Physiotherapie, die in den letzten Jahren entscheidende Schritte zur eigenständigen Wissenschaft gemacht hat, ist ein derartiges Fachlexikon, welches kontinuierlich aktualisiert wird, unentbehrlich“, fügt Zalpour hinzu.

Das Lexikon liefert nicht nur Erklärungen mit aktuellen praxisnahen Informationen zur Fachterminologie, sondern gibt auch Aufschluss über angrenzende Themengebiete und die physiotherapeutisch relevante medizinische Nomenklatur. So sind über 400 Krankheitsbilder mit allen wichtigen Fakten und Praxishinweisen zur ärztlichen und physiotherapeutischen Untersuchung und Behandlung aufgeführt. Für jeden Stichworteintrag ist zusätzlich die englische Entsprechung ausgewiesen, was die Recherche in internationalen Datenbanken erleichtern soll. Eine Auflockerung zum klassisch lexikalischen Stil bilden die Schwerpunkt-Beiträge bzw. Essays, die aktuell diskutierte Themen aufgreifen.
(idw, 06/2010)

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