Weltnierentag am 10. März: Viele Nierenerkrankungen manifestieren sich bereits im Kindesalter

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Das Motto des diesjährigen Weltnierentags lautet „Kinder und Nierenkrankheit: Frühzeitiges Handeln zur Prävention“. Diese Botschaft mag verwundern, denn ein terminales Nierenversagen mit Dialysepflichtigkeit tritt bei Kindern und Jugendlichen eher selten auf. Unter den 80.000 Dialysepatienten in Deutschland sind zwar nur wenige hundert Kinder, jedoch ist der Nierenfunktionsverlust bei über 10 Prozent der dialysepflichtigen erwachsenen Patienten auf eine Erbkrankheit (beispielsweise „Zystennieren“), auf eine seit Geburt bestehende Nierenfehlbildung oder auf eine seit früher Kindheit bestehende Nierenkrankheit, die in der Regel mit einer erhöhten Eiweißausscheidung einhergeht, zurückzuführen. Bei diesen Patienten manifestiert sich häufig bereits in früher Kindheit eine leichtgradige Nierenfunktionseinschränkung, die sich dann im Verlauf über Jahre (und Jahrzehnte) verschlimmert und letztlich dazu führt, dass die Betroffenen auf eine Nierenersatztherapie (Dialyse oder Nierentransplantation) angewiesen sind.

Durch Präventionsmaßnahmen kann der Krankheitsprozess aber verlangsamt werden. „Es ist daher wichtig, dass Kinder und Jugendliche, die mit einer leichtgradigen Nierenfunktionseinschränkung bei den routinemäßigen Gesundheitsuntersuchungen auffallen, zur weiteren Abklärung zu einem Kindernephrologen überwiesen werden. Der kann dann die genaue Diagnose stellen und eine Therapie einleiten“, erklärt Prof. Peter Hoyer, Kindernephrologe an der Universitätsklinik Essen und Präsident der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN). „Erste Warnzeichen solcher Nierenkrankheiten sind Blutkörperchen oder hohe Eiweißmengen im Urin, beides kann der Kinderarzt mit einem einfachen Urintest erkennen.“

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Ein wichtiger Baustein, um die Abnahme der Nierenfunktion im Zuge solcher erblichen oder systemischen Erkrankungen mit Nierenbeteiligung zu verlangsamen, ist die Gabe von ACE-Hemmern, blutdrucksenkenden Medikamenten, die zusätzlich eine nierenschützende Wirkung haben.

„Natürlich gelten aber auch die acht Tipps, die wir gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), dem Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e. V., dem KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V., der PHV Patienten-Heimversorgung Gemeinnützige Stiftung und der Deutschen Nierenstiftung auch in diesem Jahr zum Weltnierentag unter dem Motto „Geben Sie Acht auf Ihre Nieren“ zusammengetragen haben, bereits von Kindesbeinen an. Menschen mit vorgeschädigten Nieren sollten alles daran setzen, um die Gefäße zu schützen, denn die Nierenkörperchen, die den Urin filtern, sind nichts anderes als zahlreiche feinste Gefäßknäule. Zum Gefäßschutz gehören zum einen die Blutdrucknormalisierung sowie bei Diabetes mellitus eine Blutzuckersenkung auf Zielwerte, außerdem sollten Nierengifte wie Schmerzmittel nach Möglichkeit ganz vermieden werden. Darüber hinaus sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, d. h. Trinkmenge, geachtet werden“, so Hoyer. „Nicht zuletzt spielt auch die Nikotinabstinenz eine wichtige Rolle“. Das neue Faltblatt „Geben Sie Acht auf Ihre Nieren. Was Nierenpatienten zur Vorbeugung weiterer Nierenschäden beachten sollten“ fasst die Empfehlungen für Patienten mit Nierenschäden zusammen.

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Weitere Informationen sowie pdfs der Faltblätter „Geben Sie Acht auf Ihre Nieren“ unter:
www.die-nephrologen.de


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