Weltnierentag 2012: Anlass, um die geplante Novellierung des Transplantationsgesetzes zu überde

„Eine Entscheidungslösung ohne Entscheidungspflicht bringt uns nicht weiter“, so lautet das Fazit von Prof. Dr. med. Jan Galle, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. „Der eigene Tod wird nur allzu gern tabuisiert, weshalb viele Menschen die Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende scheuen und die Frage, ob sie Organspender sind oder nicht, auf den Sankt Nimmerleinstag vertagen, wenn keine Entscheidungspflicht besteht. Eine solchermaßen aufgeweichte Entscheidungslösung würde die derzeitige Situation nicht ändern“.
Die derzeitige Situation ist die, dass in Deutschland täglich fünf Menschen sterben, weil kein passendes Spenderorgan zur Verfügung steht.
Eine enge Entscheidungslösung (ja/nein) könnte hingegen die Zahl der Organspender deutlich erhöhen. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist Umfragen zufolge pro Organspende, allerdings dokumentieren das derzeit nur die wenigsten in einem Organspendeausweis. Nach Einführung einer Entscheidungslösung mit Ja/Nein-Option wären dann hingegen auch alle Bürger, die sich pro Organspende aussprechen, potenzielle Spender – und viele Leben könnten gerettet werden.
Eine Entscheidung setzt allerdings eine gute Information voraus. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie hat daher zusammen mit der Deutschen Transplantationsgesellschaft und der Deutschen Nierenstiftung zum Weltnierentag 2012 die Kampagne „Sag ja zum Leben, sag ja zur Organspende“ initiiert. In elf Bundesländern liegen in Apotheken Faltblätter zum Thema aus, in denen die Organ- und Nierentransplantation erklärt wird und gängige Vorurteilen ausgeräumt werden.

Weiteres Pressematerial sowie der Informationsflyer stehen auf www.dgfn.eu zum Download bereit.

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