Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt erfolgreiche Zusammenarbeit mit Paul-Ehrlich-Institut fort

„Die erneute Bestätigung des Paul-Ehrlich-Institut als WHO-Kooperationszentrum ist Anerkennung und Ansporn zugleich, uns weiterhin mit großem Engagement für die weltweite Sicherheit von Blutprodukten einzusetzen“, so Prof. Rainer Seitz, Leiter des Kooperationszentrums und der Abteilung „Hämatologie und Transfusionsmedizin“. Denn nach wie vor gibt es in vielen Teilen der Welt für Patienten keine ausreichende Versorgung mit Blutprodukten, zumal von gesicherter Qualität. Dabei sind Blutprodukte von großer Bedeutung für die medizinische Versorgung. So könnte in manchen Entwicklungsländern die hohe Sterberate von Frauen an Blutungen nach einer Geburt oder von Kindern an Malaria durch Bluttransfusionen wesentlich reduziert werden. Allerdings ist es gerade in Weltregionen mit hoher Verbreitung von Infektionskrankheiten entscheidend, gute Standards durchzusetzen, um die Qualität der Blutprodukte zu gewährleisten und das Risiko der Übertragung von Viren, die beispielsweise Hepatitis oder auch AIDS verursachen, zu minimieren.

Referenzpräparate für die WHO

Deshalb werden Blutprodukte auf Viren und Bakterien getestet, um Patienten vor möglichen Infektionen zu schützen. Bei der Testung auf Infektionserreger, die Blutprodukte kontaminieren können, dienen Referenzpräparate dazu, die Zuverlässigkeit und Sensitivität der eingesetzten Tests sicherzustellen. So entwickelt das Paul-Ehrlich-Institut für die WHO Referenzpräparate, die Bakterien enthalten, die in Blutkomponenten wachsen und damit den Patienten gefährden können. Diese können zur Kontrolle der Zuverlässigkeit von Tests eingesetzt werden: Kontaminierte Blutprodukte können so sicher erkannt und ausgesondert werden. Wesentlich ist die Erprobung mikrobiologischer Referenzpräparate durch internationale Ringversuche: Weltweit überprüfen Labore, ob ein Test unter verschiedenen Bedingungen zuverlässig Sicherheitsprobleme anzeigt.

WHA-Resolution: Sichere Blutprodukte weltweit

Im Mai 2010 trat die Resolution WHA 63.12 der Weltgesundheitsversammlung (WHA, World Health Assembly) zur Verfügbarkeit, Sicherheit und Qualität von Blutprodukten in Kraft – Deutschland hatte diese über die Europäische Union initiiert. Ein konsequenter Schritt, die Umsetzung voranzubringen, sind die im Oktober 2011 veröffentlichten Leitlinien „Assessment Criteria for National Blood Regulatory Systems“ für nationale Zulassungsbehörden. Nur professionell arbeitende Behörden vor Ort können für sichere und hochwertige Blutprodukte sowie für die zeitnahe und gerechte Verteilung sorgen. Ziel der WHO ist es deshalb, starke nationale Behörden weltweit zu etablieren und zu unterstützen. Professor Rainer Seitz und Dr. Margarethe Heiden waren als Autoren und Vertreter des Paul-Ehrlich-Instituts im WHO Blood Regulators Network (BRN) an der Entwicklung der Leitlinie beteiligt.

Vielfältige Aufgaben

Die Arbeit des WHO-Kooperationszentrums ist vielfältig: Das Paul-Ehrlich-Institut initiiert und organisiert Standardisierungsprojekte für biologische Referenzmaterialien und beteiligt sich an weltweiten Ringversuchen. Mitarbeiter des Paul-Ehrlich-Instituts nehmen aktiv an zahlreichen Expertenmeetings und Arbeitsgruppen der WHO teil und erstellen zusammen mit anderen Wissenschaftlern regulatorische Dokumente (WHO-Leitfäden). Nicht zuletzt entsendet das Institut regelmäßig Experten zur WHO nach Genf. Kolleginnen und Kollegen aus Regulierungsbehörden in allen Regionen der Welt haben bei Trainingsaufenthalten im Paul-Ehrlich-Institut die Möglichkeit, ihre Expertise zur Regulation von Blutprodukten zu erweitern. Neben Seitz und Dr. Gabriele Unger, zuständig für die Koordination internationaler Beziehungen und das WHO-Kooperationszentrum, sind an der Kooperation mit der WHO Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von elf Fachgebieten aus vier Abteilungen sowie das Prüflabor für In-vitro-Diagnostika (PEI-IVD) beteiligt.

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