Welt-Sepsis-Tag am 13. September in Jena

Wissen Sie, was Christopher Reeve mit etwa 1.600 Thüringern gemeinsam hat? Der Schauspieler, der den Supermann spielte, starb 2004 an einer Sepsis, ebenso wie jedes Jahr rund 1.600 Menschen in Thüringen. Von den 4.800 Patienten im Freistaat, die an einer Sepsis erkranken, überleben nur zwei Drittel. Da diese gefährliche Erkrankung noch immer oft zu spät erkannt wird, wollen Mitarbeiter des Universitätsklinikums Jena (UKJ) den Welt-Sepsis-Tag am 13. September nutzen, um zu informieren und aufzuklären. „Der erste World Sepsis Day im letzten Jahr war bereits ein großer Erfolg, den wir dieses Jahr noch übertreffen möchten“, so Prof. Konrad Reinhart, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am UKJ. „Wir freuen uns über alle Besucher und besonders diejenigen, die uns in unserem Kampf gegen die Sepsis unterstützen.“

Am Pulverturm werden die Experten der beiden Jenaer Forschungszentren Center for Sepsis Control and Care (CSCC) und Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) Septomics zusammen mit dem Verein Deutsche-Sepsis-Hilfe von 14 bis 19 Uhr Rede und Antwort stehen. Besucher erfahren, was eine Sepsis eigentlich ist und woran sie die im Volksmund genannte Blutvergiftung erkennen. An einer lebensgroßen Puppe, einem Notfallsimulator, zeigen die Experten, was bei einer Sepsis mit dem menschlichen Körper genau passiert. Außerdem erklären sie, wie die richtige Händedesinfektion funktioniert und warum diese so wichtig zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten ist. Einige der Erreger, die eine Sepsis verursachen, können sich Besucher unter einem Mikroskop genauer ansehen. Wer noch mehr erfahren will, ist um 16 und um 18 Uhr jeweils zu einem Vortrag im Haus Zur Rosen, Johannisstraße 13, eingeladen.

Sepsis ist häufig und wird dennoch oft unterschätzt – um das anschaulich zu machen, wird am Welt-Sepsis-Tag vor der Neuen Mitte in Jena eine Installation aus 240 schwarzen Stühlen gezeigt. Jeder von ihnen symbolisiert 20 Sepsisfälle – 160 Stühle stehen dabei für die jährlich 3.200 Sepsisüberlebenden in Thüringen, 80 liegende für die 1.600 Sepsisopfer.

Programm in Jena
14 – 19 Uhr, Am Pulverturm/Johannisstraße

Vorträge
16 Uhr
„Sepsis – wenn das Immunsystem außer Kontrolle gerät“
Vortrag von Prof. Hortense Slevogt, ZIK Septomics
Auditorium Zur Rosen, Johannisstraße 13

18 Uhr
„Sepsis – Amoklauf der Abwehrkräfte“
Vortrag von Prof. Michael Bauer, Center for Sepsis Control and Care
Auditorium Zur Rosen, Johannisstraße 13

Kontakt:
Prof. Dr. med. Konrad Reinhart
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Erlanger Allee 101
07747 Jena
Tel. 03641- 9 323100

Hintergrund:
Der World Sepsis Day findet am 13. September 2013 zum zweiten Mal statt. Die Global Sepsis Alliance will hiermit sowohl die Öffentlichkeit als auch das Fachpublikum verstärkt auf das Thema Sepsis aufmerksam machen. Erklärtes Ziel: die Sepsishäufigkeit bis zum Jahr 2020 global um 20% zu reduzieren, Sterblichkeit und Folgeschäden deutlich zu vermindern. Zur Verbesserung der Situation in Deutschland wird mittels Memorandum der Aufbau eines nationalen Aktionsplans gegen Sepsis gefordert. Zu den Erstunterzeichnern gehören mehr als 25 maßgebliche Fachgesellschaften, Kliniken und Gesundheitsinstitutionen, über 20 leitende Professoren und Ärzte, erste Bundestagsabgeordnete und prominente Unterstützer wie die ehemaligen Olympiasieger Uwe-Jens Mey, Hartwig Gauder, Christian Schenk und Klaus Wolfermann. Die World Sepsis Day Geschäftsstelle, die den Welt-Sepsis-Tag national und international koordiniert, hat ihren Sitz im CSCC, das eine Einrichtung des UKJ ist.

Sepsis ist eine Entzündungsreaktion des Organismus auf eine Infektion, bei der die körpereigene Abwehr das eigene Gewebe und die Organe schädigt. Wird die Sepsis nicht früh erkannt und sofort behandelt, kann sie zu Schock, Multiorganversagen und zum Tod führen. Die Zahl der Sepsisfälle in den Industrienationen steigt jährlich um 8 bis 13 Prozent. Konsequente Anwendung bestehender Maßnahmen könnte allein in Deutschland jährlich bis zu 20.000 Menschenleben retten und die Lebensqualität der Überlebenden deutlich erhöhen.

Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) Sepsis und Sepsisfolgen (Center for Sepsis Control and Care, kurz: CSCC) ist eine Einrichtung des Universitätsklinikums Jena und der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena. Es wird als eines von insgesamt acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren (IFB) in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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