Welt-Kongress zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI)- Neue Studienergebnisse der BZgA

Der Weltkongress zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI) findet vom 14. bis zum 17. Juli 2013 in Wien statt. Er steht unter dem Motto „Threatening past – promising future“ und thematisiert neben medizinischen Aspekten auch die Bedeutung der STI-Prävention. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist auf dem Kongress mit ihrer mach’s mit – Kampagne vertreten und stellt dem internationalen Kongresspublikum den deutschen Kampagnen-Ansatz zur Prävention von HIV und anderen STI vor.

Seit 2012 motiviert die Präventionskampagne mit der Aufforderung „mach’s mit – Wissen & Kondom“ die Menschen dazu, sich mit Kondomen vor HIV und STI zu schützen und sich stärker als bislang auch über Ansteckungswege, Schutzmöglichkeiten und Symptome von anderen STI zu informieren. Je nach STI reicht ein Schutz durch Kondome alleine nicht aus – es müssen zusätzlich andere Schutzmaßnahmen angewendet werden.

„STI wirken zunächst weniger bedrohlich als HIV, kommen aber in Teilgruppen der Bevölkerung deutlich häufiger vor und können, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden, gravierende Gesundheitsschäden zur Folge haben“, betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. Auch sind STI erheblich leichter übertragbar als HIV, so beispielsweise Chlamydien-Infektionen, die – unbehandelt – zur Unfruchtbarkeit führen können oder HPV-Infektionen, die Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen verursachen können. Ebenfalls ist vielen Menschen nicht bekannt, dass die Zahl der sexuell übertragbaren Infektionen auch in Deutschland seit einiger Zeit deutlich zunimmt und STI das Risiko einer HIV-Infektion um das Zwei- bis Zehnfache steigern können. „HIV und STI gehören in einer modernen Kampagnenstrategie zusammen und müssen gemeinsam thematisiert werden“, so Prof. Pott.

Neue Studienergebnisse der BZgA zu STI

In der Repräsentativstudie „AIDS im öffentlichen Bewusstsein“ erhebt die BZgA regelmäßig Daten zu Wissen, Einstellung und Verhalten der Bevölkerung zu HIV/Aids und zu anderen STI. Die neuesten Befragungsergebnisse zeigen, dass sich 36 Prozent der Frauen und 31 Prozent der Männer ab 16 Jahren weitergehende Informationen zu STI wünschen. Bei den Jugendlichen ist das Interesse mit 61 Prozent besonders stark ausgeprägt.

„Dieses Informationsinteresse ist Ausdruck vorhandener Wissenslücken“, erklärt Prof. Pott. Auf die Frage nach sexuell übertragbaren Infektionen geben weniger als die Hälfte der über 16-jährigen Allgemeinbevölkerung Syphilis (45 Prozent) und Gonorrhoe/Tripper (48 Prozent) an. Obwohl die Infektionen mit Syphilis in den letzten Jahren angestiegen sind, hat die Bekanntheit dieser STI in der Allgemeinbevölkerung abgenommen. Deutlich seltener werden Hepatitis (13 Prozent oder Herpes (8 Prozent) genannt. Chlamydien, Kondylome und Trichomoniasis werden noch seltener angegeben (7/3/1 Prozent).

Die BZgA greift das Thema STI seit einiger Zeit verstärkt auf und informiert im Rahmen ihrer Kampagne neben HIV auch über Symptome, Behandlungs- und Schutzmöglichkeiten anderer STI. Damit sollen sowohl die Allgemeinbevölkerung als auch spezifische Zielgruppen wie Jugendliche, nicht-monogam lebende Erwachsene und Männer, die Sex mit Männern haben erreicht werden.

Auf informiert die BZgA über Ansteckungswege, Symptome und Schutzmöglichkeiten. Mit 65.000 Großflächen- und Citylight-Postern schaffen die neuen Plakatmotive der zweiten Kampagnenstaffel „mach’s mit – Wissen und Kondom“ auch in diesem Jahr wieder Aufmerksamkeit und fördern die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schutzverhalten. Seit Juni 2013 ist die neue Ausstellung „GROßE FREIHEIT – liebe.lust.leben.“ ein zentrales Element der HIV/STI-Kampagne der BZgA und zeigt auf unkonventionelle Art, wie man sich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen schützen kann.

• Der Kurzbericht „Aids im öffentlichen Bewusstsein 2012“ steht unter

• Informationen zur Aidspräventionskampagne der BZgA gibt es unter

• Informationen zur Ausstellung „GROßE FREIHEIT – liebe.lust.leben.“ unter
• Die aktuellen Motive der Kampagne stehen unter

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