Welt Hypertonie Tag 2017: Therapietreue – eine gemeinsame Verantwortung von Arzt und Patient

In Deutschland leiden rund 20 bis 30 Millionen an Bluthochdruck. „Inzwischen ist der Anteil an Hypertonie-Patienten, die blutdrucksenkend behandelt werden, auf zwei Drittel angestiegen, kontrolliert behandelt werden immerhin 50 Prozent. Das ist sicher auch auf die langjährigen Anstrengungen und die Aufklärungsarbeit der DHL® zurückzuführen“, sagt Professor Dr. med. Bernhard Krämer, Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL®. Nach wie vor bedeutet dies aber auch, dass rund ein Viertel der Menschen mit Bluthochdruck gar nicht behandelt werden und die andere Hälfte nicht ausreichend.

„Eine wichtige Ursache für eine nichtausreichende Behandlung ist die Nonadhärenz, also das Nichteinhalten und Nichtumsetzen von Therapieempfehlungen“, sagt Professor Dr. med. Bernhard Krämer, der auch Direktor der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim ist. Eine Studie mit 149 neudiagnostizierten Hochdruck-Patienten konnte beispielsweise durch elektronische Tablettenboxen zeigen, dass 42 Prozent nichtadhährent waren, also weniger als 80 Prozent ihrer verschriebenen Antihypertensiva einnahmen. Bluthochdruck verursache keine Beschwerden oder Schmerzen, Folgeerkrankungen seien den Patienten oft nicht bewusst oder werden nicht ernst genug genommen oder die Therapie wird nicht kontinuierlich eingehalten, fasst Krämer die Ursachen für dieses Verhalten zusammen. Gründe für die Nonadhärenz sind jedoch auch auf der Seite der behandelnden Ärzte zu finden. „Das kann sich zum Beispiel in einer ungenügenden Interaktion zwischen Arzt und Patient, fehlenden Kontrollterminen oder durch Therapieauswirkungen wie Nebenwirkungen zeigen“, sagt der Experte.

Studien belegen, dass die Blutdruckbehandlung erfolgreicher verläuft, wenn Arzt und Patient gemeinsam und im Dialog über die Therapiemaßnahmen entscheiden. Wie das in der Praxis konkret gelingen kann, erläutert Krämer im Rahmen der Pressekonferenz der DHL® im Vorfeld des Welt Hypertonie Tages. Zudem macht die Deutsche Hochdruckliga in diesem Jahr verstärkt auf dieses Thema aufmerksam.

„Als Deutsche Hochdruckliga möchten wir diesem wichtigen Thema Nachdruck verleihen. Daher haben wir das Motto „Ich bleib mir treu!“ auch als unser Jahresthema festgelegt“, sagt Krämer. Die Deutsche Hochdruckliga ruft Ärzte und medizinisches Fachpersonal auf, die Initiative ganzjährig mit Aktionen bis zum nächsten Welt Hypertonie Tag zu unterstützen. Auf ihrer Kampagnenwebsite () stellt die DHL® Informationen und Material zur Verfügung, beispielsweise zur Durchführung von Arzt-Patienten-Seminaren oder Podiumsdiskussionen mit relevanten Entscheidungsträgern vor Ort. Zudem fordert die DHL® anlässlich der Initiative, schwer einstellbare Hypertoniker durch ein kassenfinanziertes, strukturiertes Behandlungsprogramm im Sinne eines Disease-Management-Programms im Krankheitsprozess zu begleiten.

Über die Bedeutung der Therapietreue und die gemeinsame Verantwortung von Arzt und Patient in der Bluthochdruckbehandlung informieren Experten der DHL® am 15. Mai 2017 auf einer Pressekonferenz in Berlin. Dabei geht es in den Vorträgen der Experten auch darum, welche Herausforderungen ein erhöhter Blutdruck im Alter mit sich bringt und was gerade pflegende Angehörige hierbei beachten sollten. Daneben stehen Themen wie der Bluthochdruck von Frauen oder die automatische Blutdruckmessung im Alltag im Fokus der Pressekonferenz am 15. Mai 2017 um 12.30 Uhr in Berlin.
Der Welt Hypertonie Tag ist am 17. Mai.

Bei Abdruck Beleg erbeten.

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Terminhinweis:

Pressekonferenz der Deutschen Hochdruckliga e.V. (DHL)® Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention anlässlich des Welt Hypertonie Tages (17. Mai 2016)
„Hypertonie in Bewegung“
Termin: Montag, 15. Mai 2017, 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Dependance der DGIM, Oranienburger Straße 22, 10117 Berlin

Vorläufiges Programm/Referenten

„Ich bleib mir treu.“ – Jahresthema der Deutschen Hochdruckliga. Warum Arzt und Patient den Therapieerfolg nur gemeinsam erzielen können.
Prof. Dr. med. Bernhard Krämer
Vorsitzender der DHL ®, Direktor der V. Medizinischen Klinik UMM Universitätsmedizin Mannheim

Erhöhter Blutdruck im Alter – Was sollten die Patienten, was die pflegenden Angehörigen beachten?
Prof. Dr. med. Peter Trenkwalder
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DHL®, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Klinikum Starnberg

Bluthochdruck bei Frauen – Geschlechtsspezifische Aspekte als besondere Herausforderung?
Dr. med. Ute Seeland
Institut für Geschlechterforschung in der Medizin, Charité Universitätsmedizin Berlin

Automatische Blutdruckmessung im Alltag – aber richtig!
Prof. Dr. med. Bernd Sanner
Vorstandsmitglied der DHL®, Ärztlicher Direktor, Chefarzt der Medizinischen Klinik mit Kardiologie, Lungenheilkunde und Schlafmedizin Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal gGmbH

Moderation: Anne-Katrin Döbler, Pressestelle DHL®, Stuttgart

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Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®
Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
Sabrina Hartmann, Stephanie Priester
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Telefon: +49 711 89 31-649, Fax -167

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Über die Deutsche Hochdruckliga DHL®- Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® bündelt die Expertise zur arteriellen Hypertonie in Deutschland. Gegründet 1974, engagiert sie sich seitdem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck. Weltweit bleibt Bluthochdruck die größte Gefahr für die Gesundheit. Deshalb verfolgt die DHL® das Ziel „30-50-80“: Jeder Mensch ab 30 Jahren sollte seinen Blutdruck kennen. Ab 50 sollte der Blutdruck bei jedem kontrolliert und gut eingestellt sein. Menschen mit 80 sollten nicht an Folgeschäden des Bluthochdrucks wie Schlaganfall oder Herzinfarkt leiden.

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