Was »sagt« uns die Waage wirklich und was »sagt« sie nicht?

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»Mal schauen, was die Waage in zwei Wochen sagt« ist ein Satz, den viele körperbewusste Menschen von sich geben, wenn sie mit dem aktuellen Ergebnis, das ihre Waage anzeigt, eigentlich nicht zufrieden sind und sozusagen schon mal »auf bessere Zeiten« hoffen. Klar, die Waage ist ein wichtiges Kontrollinstrument, wenn es ums Zu- oder Abnehmen geht, aber lohnt es sich wirklich, sich so auf diese eine Zahl zu fokussieren? Was sagt das Wiegen tatsächlich über unsere körperliche Fitness aus und was nicht?

Richtig wiegen ist das A und O

Wer sein Gewicht kontrollieren möchte, muss sich zunächst schlicht und ergreifend eine Personenwaage kaufen. Hier hat man heutzutage eine riesige Auswahl, die ganz einfache Modelle ebenso wie Hightech-Geräte mit zig Zusatzfunktionen umfasst. Welche Waage man sich letztlich zulegt, hängt davon ab, welche Ziele man mit der Gewichtskontrolle verfolgt. Wer einfach nur ein wenig darauf achten möchte, sein Gewicht zu halten, kommt mit einer ganz schlichten Waage, die nur das Gewicht misst, gut aus. Wer dagegen vor allem eine durchtrainierte Figur anstrebt, sollte sich eine Waage zulegen, die auch den Körperfettanteil bestimmen kann. Denn Muskelaufbau führt nicht zwangsläufig zur Gewichtsreduktion; häufig verharrt der Wert in einer Position oder geht sogar hoch. Entscheidend ist dann, dass der Fettanteil sinkt.

Wenn man sich nun über die eigenen Ziele klar geworden ist und eine entsprechende Waage gekauft hat, so muss man noch einiges über das Wiegen als solches lernen, damit man zu brauchbaren Ergebnissen kommt. Zunächst einmal ist es wichtig, immer die gleiche Waage zu benutzen. Jede Waage nämlich weist gewisse Toleranzen respektive Abweichungen auf, sodass das Wiegeergebnis auf der Waage im Fitnessstudio ein anderes sein kann, als das auf der heimischen »Wiegeplatte«. Des Weiteren ist die Wahl eines geeigneten Untergrundes essentiell. Idealerweise sollte die Waage auf einer ebenen, harten und rutschfesten Fläche – etwa auf einem Fliesenboden – positioniert und nach der Positionierung nicht mehr verschoben werden. Steht sie dagegen auf einem Teppich bzw. einem ähnlich weichen Untergrund, wird ein Gutteil des Gewichtes von ihm absorbiert; in der Folge zeigt die Waage einen zu niedrigen Wert an.
Schließlich ist es wichtig, sich immer im gleichen Zustand bzw. unter gleichbleibenden Bedingungen zu wiegen: Beispielsweise immer an einem festen Wiegetag, morgens, auf nüchternen Magen und nach dem ersten Toilettengang. Denn das Körpergewicht kann im Laufe eines Tages um bis zu 2 bis 3 Kilogramm schwanken.

Grundsatz beachten: Gewicht ist relativ!

Bei allen Vorbereitungen und Techniken im Zusammenhang mit dem Wiegen sollte man jedoch vor allem eines nie vergessen: Das Gewicht eines Menschen ist immer relativ. Es ist dabei nicht bloß relativ in Bezug zu seiner Körpergröße, sondern auch in Bezug zu seiner Körperform, seiner Muskelmasse und Knochendichte, seiner Genetik sowie und vor allem in Bezug zu seiner Idealvorstellung von den Proportionen bzw. von der ästhetischen Erscheinung eines Körpers. Ein möglichst niedriges Gewicht heißt somit keineswegs, dass man dann auch durchtrainiert aussieht. Teilweise reicht etwa schon eine netto Gewichtsabnahme von lediglich zwei Kilogramm aus, wenn im Gegenzug Muskulatur aufgebaut wurde. Muskeln wiegen schließlich ca. 12 Prozent mehr als Fett. Das Wichtigste aber ist, dass man sich über das Idealbild klar wird, das man von einem Körper hat. Die Frage ist dann immer: Geht es mir lediglich um dieses Idealbild oder bloß darum, gesünder zu sein und mich wohler zu fühlen? Im Letzteren Fall kann die Waage zwar immer noch sehr hilfreich sein, die entscheidende Urteilsinstanz bleibt allerdings das Körpergefühl und nicht irgendeine fragwürdige Körpernorm. Und wie wir uns fühlen, na das sagt uns die Waage sicherlich nicht. Die Zahl auf der Waage sollte also im Endeffekt immer vom Verstand und nicht umgekehrt der Verstand von der Zahl bestimmt werden.

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